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Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

25. - 26.11.2011, Dresden

Medikamentöse Therapie des Glaukoms

Meeting Abstract

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  • Carl Erb - Berlin

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2011 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 25.-26.11.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11sag38

DOI: 10.3205/11sag38, URN: urn:nbn:de:0183-11sag385

Veröffentlicht: 25. November 2011

© 2011 Erb.
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Gliederung

Text

Die medikamentöse Glaukomtherapie war noch nie so vielfältig wie heutzutage und ermöglicht in den meisten Fällen eine gute Augeninnendrucksenkung. Dabei sollte die Therapie grundsätzlich auf den einzelnen Patienten angepaßt werden. Unter diesem Gesichtspunkt fallen Abstimmungen wie die Tropfapplikationsmenge, die Art der Anwendbarkeit durch den Patienten (Tropfflasche versus Einzeldosen), die vorbestehenden Augenprobleme (zum Beispiel: Kontaktlinsenträger, allergische Disposition, trockenes Auge) sowie die zu Grunde liegenden Systemerkrankungen (zum Beispiel: Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Ulcus duodeni, Depression). Zu Beginn einer Tropftherapie sollte ein Tagesdruckprofil stehen, um den optimalen Zieldruck festlegen zu können. Anschließend wird mit einer Monotherapie versucht, den Zieldruck zu erreichen, gegebenenfalls ist dazu ein Wechsel der Monotherapie nötig. Sollten alle Monotherapieversuche nicht ausreichen, ist eine Kombinationstherapie sinnvoll. Hierbei ist die Kombination einer kammerwassersekretionshemmenden Substanz mit einem Medikament, welches den Abfluss verbessert, am sinnvollsten. Bei den einzelnen Substanzklassen sollten bei lokaler Anwendung die wesentlichsten okulären Anwendungsbeschränkungen beachtet werden:

  • Cholinergika: Uveitis anterior, Rubeosis iridis, PEX-Glaukom, Malignes Glaukom,
  • Beta-Blocker: Sicca-Syndrom,
  • Carboanhydrasehemmer: alle Hornhautendothel-Erkrankungen, Zustand nach Keratoplastk,
  • Prostaglandin-Analoga: Zustand nach Uveitis, Zustand nach Herpes-Keratitis.

Bei den folgenden exemplarisch genannten Systemerkrankungen sollte man die genannten Antiglaukomatosa mit Vorsicht einsetzen:

  • Diabetes mellitus: Beta-Blocker,
  • Arterielle Hyper- und Hypotonie: Beta-Blocker, Alpha-2-Agonisten,
  • Depression: Alpha-2-Agonisten, Beta-Blocker, Carboanhydrasehemmer,
  • Ulcus duodeni: Cholinergika, Prostaglandin-Analoga,
  • Leberzirrhose: Alpha-2-Agonisten.

Letztlich bestimmen die lokalen und systemischen Gegebenheiten eines Patienten seine auf ihn abgestimmte antiglaukomatöse Therapie. Unter Beachtung dieser Gesichtspunkte kann eine patientenorientierte, zufriedenstellende Augeninnendruckeinstellung erfolgen, die somit die Lebensqualität des Patienten und damit auch seine Compliance verbessert.