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Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

26. - 27.11.2010, Dresden

Refraktive Intraokularlinsen – Welche für wen?

Meeting Abstract

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  • Anja Liekfeld - Potsdam, Deutschland

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2010 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 26.-27.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10sag50

DOI: 10.3205/10sag50, URN: urn:nbn:de:0183-10sag506

Veröffentlicht: 24. November 2010

© 2010 Liekfeld.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Im Rahmen der Katarakt- sowie der refraktiven Chirurgie sind in den letzten Jahren verschiedene Intraokularlinsen (IOL) entwickelt worden, die dem Patienten zur Brillenunabhängigkeit verhelfen sollen. Dabei handelt es sich um akkommodative oder pseudoakkommodative Linsensysteme vor allem für die Presbyopie-Korrektur und um phake IOL, die bei hoher Fehlsichtigkeit eingesetzt werden können, wenn ein hornhautchirurgischer Eingriff kontraindiziert ist. Um individuell für jeden Patienten entscheiden zu können, ob und welche Linse die erwarteten Ergebnisse bei minimalem Risiko gewährleisten kann, ist eine Kenntnis der unterschiedlichen IOL-Modelle unerlässlich.

Methoden: Es werden die jüngsten Entwicklungen der auf dem Markt befindlichen Multifokallinsen, der sogenannten akkommodativen IOL und der phaken IOL vorgestellt und anhand von eigenen Daten und denen aus der Literatur bewertet. Berücksichtigt wird dabei vor allem auch die Patienten-Zielgruppe in Hinblick auf Nutzen und Risiko.

Ergebnisse: Bei strenger Indikationsstellung und Patientenselektion sind mit den modernen refraktiven Intraokularlinsen zuverlässige und sehr zufriedenstellende Ergebnisse zu erreichen. Im Bereich der Presbyopiekorrektur sind nach wie vor die multifokalen IOL die zuverlässigsten in Bezug auf komplette Brillenfreiheit, bewirken aber trotz Design-Verbesserungen optische Nebenwirkungen. Diese entfallen dagegen bei den akkommodativen IOL, wobei Modell-abhängig durch sie eine nur mäßige bis geringe Brillenunabhängigkeit erlangt wird. Für die neuen phaken IOL gilt durch neue Modelle vor allem eine Reduktion der Langzeit-Nebenwirkungen. Außerdem ist durch neue Add-on-Linsen auch eine Presbyopie-Korrektur für bereits pseudophake Patienten möglich.

Schlussfolgerung: In der refraktiven Chirurgie haben sich durch Einführung neuer IOL-Modelle die Therapieoptionen erweitert und die funktionellen Ergebnisse verbessert bei gleichzeitiger Reduktion möglicher Komplikationen.