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Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

26. - 27.11.2010, Dresden

Aderhautmelanom: aktuelle Therapieempfehlung

Meeting Abstract

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  • Wilma Einbock - Leipzig, Deutschland
  • P. Wiedemann - Leipzig, Deutschland

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2010 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 26.-27.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10sag34

DOI: 10.3205/10sag34, URN: urn:nbn:de:0183-10sag342

Veröffentlicht: 24. November 2010

© 2010 Einbock et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das Aderhautmelanom ist der häufigste primäre intraokulare Tumor des Erwachsenen. In Europa liegt die Inzidenz bei 0,6 bis 0,8 mit einem Maximum zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.

Methoden: Die Diagnose eines Aderhautmelanoms kann klinisch mit einer Sicherheit von 99,7% gestellt werden. Ophthalmoskopie, Sonographie, Fluoreszenz-Angiographie und Kernspintomographie sind wichtige Untersuchungsmethoden. Zur Differentialdiagnose und Abschätzung des Metastasierungsrisikos sind Bestimmungen signifikanter histopathologischer Parameter und Chromosomenanalyse möglich.

Standardtherapie ist in Europa seit der Einführung 1966 von Lommatzsch und Vollmar die Brachytherapie mit Ruthenium-106 Applikatoren.

Protonenbestrahlung wird für kleinere juxtamakuläre oder juxtapapilläre Aderhautmelanome empfohlen. Transsklerale Resektion, Endoresektion und transpupilläre Thermotherapie sind in Kombination zur Strahlentherapie möglich.

Ist eine bulbuserhaltende Behandlung nicht mehr möglich, kann eine Enukleatio bulbi notwendig werden.

Ergebnisse: Trotz therapeutischer Fortschritte in der lokalen Tumorkontrolle stellt die hämatogene Metastasierung des Aderhautmelanoms bis heute ein ungelöstes Problem dar. 40–50% der Patienten mit Aderhautmelanomen sterben innerhalb von 10 Jahren infolge der Metastasierung, unabhängig von der Therapie des primären Melanoms.

Schlussfolgerung: Ziel ist die Verbesserung der Therapie metastasierender Melanome mit Hilfe zyto- und molekulargenetischer Untersuchungen zur Entwicklung einer adjuvanten Chemotherapie oder einer Tumorvakzinierung.