gms | German Medical Science

Jahrestagung der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft

26. - 27.11.2010, Dresden

Tricholemmales Karzinom – eine Fallvorstellung eines sehr seltenen malignen Tumors

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Melanie Heinke - Abteilung für Augenheilkunde, Schlosspark-Klinik, Berlin, Deutschland
  • K. Göbel - Abteilung für Augenheilkunde, Schlosspark-Klinik, Berlin, Deutschland
  • T. Gaul - Gemeinschaftspraxis für Pathologie an der Schlosspark-Klinik, Berlin, Deutschland
  • C.M. Erb - Abteilung für Augenheilkunde, Schlosspark-Klinik, Berlin, Deutschland

Sächsische Augenärztliche Gesellschaft. Jahrestagung 2010 der Sächsischen Augenärztlichen Gesellschaft. Dresden, 26.-27.11.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10sag10

DOI: 10.3205/10sag10, URN: urn:nbn:de:0183-10sag108

Veröffentlicht: 24. November 2010

© 2010 Heinke et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Ein 80-jähriger Patient wurde konsiliarisch in der Abteilung für Augenheilkunde mit einem bereits seit 5 Jahren bestehenden Unterlidtumor von 3x6 mm Größe des rechten Auges vorgestellt. In der Untersuchung zeigte sich weiterhin eine sich dem Tumor anschließende zystische Läsion, die sich knapp bis zum Tränenpünktchen erstreckte. Beschwerden bezüglich der Veränderung wurden vom Patienten verneint.

Methoden: In örtlicher Betäubung erfolgte eine pentagonale Keilexzision. Die histologische Aufarbeitung zeigte eine Resektion in toto, so dass eine schnelle plastische Deckung im Rahmen einer End-zu End-Adaptation der Wundränder nach Durchtrennung des lateralen Lidbändchens erfolgen konnte.

Ergebnisse: Die histologische Untersuchung des Exzidats ergab ein mäßig differenziertes, sekundär ulzeriertes tricholemmales Karzinom in Verbindung mit einem ekkrinem Hidrokystom.

Schlussfolgerung: Der von den Haarfollikeln ausgehende Tumor ist ein sehr seltener maligner Tumor. In der Literatur sind bis zum Jahre 2005 weniger als 100 Fälle beschrieben worden. Bekannt ist, dass ein tricholemmales Karzinom nach längerem lokalen Wachstums in die lokalen Lymphknoten metastasieren kann. Auch eine systemische Metastasierung ist in der Literatur beschrieben worden. Deshalb sollte auch nach vollständiger Entfernung des Tumors der Patient einem follow-up unterzogen werden.