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174. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

27.01. - 28.01.2012, Essen

Die Rolle von Clathrin in der Pathogenese der Endokrinen Orbitopathie (EO)

Meeting Abstract

  • M. Meyer zu Hörste - Universitätsaugenklinik Essen; Institut für Molekularbiologie, Essen
  • E. Ströher - Universitätsaugenklinik Essen
  • U. Berchner-Pfannschmidt - Universitätsaugenklinik Essen
  • S. Schmitz-Spanke - Institut für Hygiene und Arbeitsmedizin
  • M. Pink - Institut für Hygiene und Arbeitsmedizin
  • J.R. Göthert - Institut für Hämatologie, Universität Duisburg-Essen
  • J.W. Fischer - Institut für Pharmakologie, Universität Düsseldorf
  • E. Gulbins - Institut für Molekularbiologie, Essen
  • A.K. Eckstein - Universitätsaugenklinik Essen

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 174. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Essen, 27.-28.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rwa62

DOI: 10.3205/12rwa62, URN: urn:nbn:de:0183-12rwa624

Veröffentlicht: 26. Januar 2012

© 2012 Meyer zu Hörste et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Bei der Endokrinen Orbitopathie (EO) kommt es im Rahmen der lokalen entzündlichen Autoimmunreaktion in der Orbita zur verstärkten Adipogenese und Proliferation der Orbitafibroblasten, zur massiv gesteigerten Produktion von Extrazellulärmatrix, und infolge dessen zur Volumenzunahme des Orbitainhalts. Im Fokus dieser Arbeit steht die Aufklärung und Hemmung der intra- und interzellulären Signalwege, die diese Reaktion vermitteln.

Methoden: Orbitafibroblasten von 12 Patienten mit schwerer, aktiver EO und von 12 gesunden Kontrollprobanden wurden charakterisiert (IHC und FACS). Die Tyrosinphosphorylierung zellulärer Protein wurde untersucht(Western blot, Immunpräzipitation), die Protein-Identifizierung erfolgte mittels Massenspektrometrie. Zellproliferation (BrdU-Assay), Hyaluronsäureproduktion (HABP-Assay) und die Entstehung von Sauerstoffradikalen (ROS; DCF-Assay) wurden gemessen. Die Hemmung der Expression von Clathrin heavy chain (CHC) in den Orbitafibroblasten erfolgte mittels siRNA.

Ergebnisse: Es konnte gezeigt werden, dass sich Orbitafibroblasten von EO-Patienten in vitro konstitutiv signifikant von Orbitafibroblasten gesunder Kontrollpatienten unterscheiden: Neben einer veränderten Tyrosinphosphorylierung intrazellulärer Proteine ist die proliferative and biosynthetische Aktivität (Produktion von HA und ROS) signifikant höher als bei Orbitafibroblasten Gesunder. Die genetische Hemmung der Expression von CHC in den Orbitafibroblasten führte in vitro zur Normalisierung aller pathologisch veränderten Parameter.

Schlussfolgerung: Mit der Identifizierung von Clathrin heavy chain wurde ein neues Zielmolekül identifiziert, das eine zentrale Rolle bei der Pathogenese der EO zu spielen scheint. Diese Ergebnisse stellen die Basis dar für die Entwicklung einer gezielten pharmakologischen Hemmung der lokalen Immunreaktion in der Orbita bei EO.