gms | German Medical Science

173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

04.02. - 05.02.2011, Münster

Tränenwegstumoren: eine retrospektive Studie und Fallberichte

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • J. Kroll - Münster
  • H. Busse - Münster

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Münster, 04.-05.02.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rwa86

DOI: 10.3205/11rwa86, URN: urn:nbn:de:0183-11rwa869

Veröffentlicht: 2. Februar 2011

© 2011 Kroll et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Insgesamt sind Tumoren im Bereich der ableitenden Tränenwege selten. Es gibt bereits zahlreiche Übersichtsarbeiten über Tränensacktumoren und Fallbeschreibungen über Tumoren an den verschiedensten Lokalisationen des ableitenden Tränenwegssystems. Es ließ sich bisher jedoch keine Arbeit finden, in der alle Abschnitte des Tränenwegssystems berücksichtigt werden.

Ziel dieser Studie war es herauszufinden wie häufig Tumoren im gesamtem ableitenden Tränenwegssystems innerhalb von 10 Jahren an der Universitäts-Augenklinik Münster vorkommen, einen Überblick hierüber zu geben und über einzelne Fälle detaillierter zu berichten.

Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Auswertung der Krankenakten von Patienten mit Tränenwegstumoren in der Universitäts-Augenklinik Münster hinsichtlich der Art der Tumoren, der Alters- und Geschlechtsverteilung, der Lokalisation, der klinischen Leitsymptome und des operativen und Anästhesieverfahrens.

Ergebnisse: Es wurden 75 Tumoren über den Zeitraum von 10 Jahren ermittelt. Bezüglich der Dignität zeigte sich, dass die benignen Tumoren mit 40 Fällen (53,4%) am häufigsten auftraten.

In 25 Fällen (33,3%) handelte es sich um semimaligne Tumoren und mit zehn Fällen (13,3%) war der Anteil der malignen Tumoren entsprechend geringer.

Unter den malignen Tumoren fanden sich vier Lymphome, vier Karzinome und zwei maligne Melanome.

Hinsichtlich der Lokalisation befanden sich 85% der Tumoren im Bereich der oberen Tränenwegsabschnitte (Tränenpünktchen und Tränenkanälchen).

Hierbei handelte es sich in den meisten Fällen um benigne oder semimaligne Tumoren.

In 15% der Fälle waren die Tumoren in den tiefer gelegenen Abschnitte (Saccus lacrimalis und Ductus nasolacrimalis) lokalisiert. Diese waren in über der Hälfte der Fälle malignen Ursprungs. Besonders ist ein Fall einer 85-jährigen Patientin mit einem Malignem Melanom im Bereich des Tränensackes hervorzuheben.

Schlussfolgerung: Diese Studie bestätigt die Seltenheit der Tränenwegstumoren.

85% aller Tumoren befanden sich in einem für jeden Augenarzt sofort sichtbaren Bereich, sprich Tränenpünktchen und Tränenkanälchenbereich und 15% waren im Bereich der tieferen Abschnitte lokalisiert. Diese in den tiefer gelegenen Abschnitten gelegenen Tumoren machten sich meistens durch Epiphora bemerkbar. Aus diesem Grund ist es wichtig bei dieser Symptomatik auch an ein tumoröses Geschehen zu denken.