gms | German Medical Science

173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

04.02. - 05.02.2011, Münster

Erfolgsrate der Plombenchirurgie bei rhegmatogener Ablatio retina. Ergebnisse der MUSTARD-Studie an 4325 Augen

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • U. Thelen - Münster
  • H. Gerding - Olten, Schweiz

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Münster, 04.-05.02.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rwa53

DOI: 10.3205/11rwa53, URN: urn:nbn:de:0183-11rwa538

Veröffentlicht: 2. Februar 2011

© 2011 Thelen et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Ziel der Studie war es, die anatomische Erfolgsrate bei der Behandlung der rhegamatogenen Ablatio retina mittels Plombenchirurgie unter Berücksichtigung verschiedener prognostischer Einflussgrößen zu evaluieren.

In dieser retrospektiven multifaktoriellen Fallanalyse, wurden insgesamt 4325 Patienten mit rhegmatogener Netzhautablösung der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde der Universität Münster über einen Zeitraum von 20 Jahren (1980–2000) ausgewertet. Als "primärer" Erfolg wurde die anatomische Wiederanlage der Netzhaut nach dem ersten Eingriff definiert.

Die Erfolgsrate aller 4325 Mustard Fälle belief sich auf 83,9%, wobei die höchste Erfolgsrate mit 86,7% bei Patienten in einem Alter von 51–60 Jahren erreicht werden konnte. In Abhängigkeit zur jeweiligen Refraktion (Myopie) konnte in Fällen von moderater Myopie (n=707 zwischen –2.75 und –8.0) ein Erfolg von 86,7 % und in Fällen von milder Myopie (n=573 zwischen –0.5 und –2.0) ein Erfolg von 86,2% ermittelt werden.

Ein signifikanter Unterschied hinsichtlich des Linsenstatus konnte im Kollektiv nicht gefunden werden. In Fällen von nicht traumatischer Ablatio retina verzeichneten wir eine Erfolgsrate bei phaken Patienten von 84,5%, bei pseudophaken von 82,9% und bei aphaken von 81,9%. Etwas überraschend hinsichtlich der Epidemiologie der rhegmatogenen Netzhautablösung war die geringer als erwartete Anzahl von betroffenen myopen Patienten: Ungefähr ein Viertel des Kollektivs hatten ein Myopie von –2.75 oder höher. 16% der Patienten im Alter zwischen 51 und 80 Jahren waren myop.

Die Plombenchirugie ist ein etabliertes und grundsätzlich erfolgreiches Verfahren zur Behandlung der rhegmatogenen Ablatio retina. Eine signifikant schlechtere Prognose konnte sowohl für die Myopie als auch für den jeweiligen Linsenstatus (phak, pseudophak, aphak) nicht ermittelt werden.