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173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

04.02. - 05.02.2011, Münster

Kollagen-Crosslinking bei Keratokonus: Pro und Contra

Meeting Abstract

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  • M. Kohlhaas - Dortmund

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 173. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Münster, 04.-05.02.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rwa33

DOI: 10.3205/11rwa33, URN: urn:nbn:de:0183-11rwa339

Veröffentlicht: 2. Februar 2011

© 2011 Kohlhaas.
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Gliederung

Text

Der Keratokonus ist mit Abstand die häufigste Hornhautdystrophie.

In Deutschland leben mehr als 40.000 Betroffene. Der Beginn dieser progredienten Erkrankung liegt typischer Weise in der Pubertät. 20% der Patienten bekommen zumindest einmal in ihrem Leben eine Keratoplastik.

Der Keratokonus führt zu einer signifikanten Abnahme des Visus und Kontrastvisus, der Lebensqualität sowie zu einer signifikanten Zunahme von Aberrationen. Daher ist es naheliegend mit einem einfachen biochemischen Verfahren (Vernetzung/Crosslinking) die Stabilität der Hornhaut zu erhöhen, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen. Daher sollte jede Keratokonus-Progression bei noch möglicher Kontaktlinsenkorrektur stabilisiert werden. Insbesondere ängstliche Patienten oder Patienten mit autoaggressivem Verhalten sind hier geradezu prädestiniert.

Achtjährige Verlaufsbeobachtungen zeigen eine bleibende Hornhautstabilität, eine leichte Verbesserung von ein bis zwei Zeilen der Sehschärfe sowie eine Absenkung der Hornhautverkrümmung von zwei dpt.

Im Laufe der Anwendungsbeobachtung haben sich auch durchaus Komplikationen gezeigt. Hornhäute unter deutlich 400µm sollten nicht mehr vernetzt werden, da die UV-Intensität im hinteren Stroma und am Endothel zu hoch sein könnte, wodurch es zu einer Endothelschädigung verbunden mit einer Hornhautdekompensation kommen kann. Es bildet sich eine leichte Trübung im Bereich des behandelten Durchmessers. Diese Trübung nimmt bei steilen Hornhäuten von mehr als 55dpt Brechkraft zu. Passagere Hornhautödeme, Keratitiden, Hornhauteinschmelzungen mit konsekutiver perforierender Keratoplastik sind beschrieben.

Bisher ist nicht geklärt, ob es aufgrund de UVA-Strahlung zu einer Schädigung der empfindlichen Limbusstammzellen kommt, was in einer langfristigen Differenzierungsstörung des kornealen Epithels resultieren könnte. Ob das UV-Licht auch auf das Hornhautepithel kanzerogen wirkt, ist nicht geklärt. Dies kann nur der langfristige Verlauf zeigen.