gms | German Medical Science

172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

29.01. - 30.01.2010, Bonn

Vitrektomieergebnisse bei fortgeschrittenen intraokularen kapillären Gefäßtumoren

Meeting Abstract

  • M. Gök - Universitätsaugenklinik Essen
  • H. Akgül - Universitätsaugenklinik Essen
  • M. Freistühler - Universitätsaugenklinik Essen
  • E. Biewald - Universitätsaugenklinik Essen
  • N. Bornfeld - Universitätsaugenklinik Essen

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. 172. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte. Bonn, 29.-30.01.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rwa61

DOI: 10.3205/10rwa61, URN: urn:nbn:de:0183-10rwa612

Veröffentlicht: 10. März 2010

© 2010 Gök et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Das retinale kapilläre Hämangiom kann sowohl isoliert als auch im Rahmen eines Hippel-Lindau Syndroms auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium führen diese intraokularen kapillären Gefäßtumore zu ausgeprägten exsudativen und traktiven Veränderungen der Netzhaut, welche schließlich zu einem hochgradigen Sehverlust führen kann. Es werden die Indikationen zur Vitrektomie mit den funktionellen Ergebnissen im Verlauf sowie Komplikationen dargestellt.

Methoden: Es wurden fünfzehn vitrektomierte Patienten im Zeitraum von 1991 bis 2008 mit fortgeschrittenen retinalen kapillären Hämangiomen und Sekundärkomplikationen, die im Rahmen eines Hippel-Lindau Syndroms aufgetreten sind, retrospektiv untersucht. Das Durchschnittsalter bei Erstoperation lag bei 27,2 Jahren. Dabei wurde nach Schwere der Erkrankung Silikonöl, Luft oder eine Gastampoande verwendet.

Ergebnisse: Bei sechs Patienten lag als Indikation zur Vitrektomie eine Ablatio retinae, bei vier davon eine Totalablatio mit variabler PVR-Ausprägung vor. Zwei Patienten zeigten eine epiretinale Gliose, bei weiteren zwei Glaskörperblutungen und bei einem eine präretinale, juxtapapilläre Membran mit Traktion außerhalb der Fovea. Bei zwei Patienten entwickelte sich nach 4,5 Jahren eine Reablatio unter Silikonöl, welche mit einer neuerlichen Vitrektomie versorgt wurden. Im Verlauf wurden insgesamt fünf (33,3%) der behandelten Patienten aufgrund schwerwiegender, nicht beherrschbarer Komplikationen enukleiert. Der Visusverlauf bei den Ablatiopatienten lag sowohl prä- als auch postoperativ zwischen inkompletter Lichtscheinwahrnehmung und 1/25. Patienten mit Glaskörperblutung verbesserten sich von 0,16 auf 0,3. Auch die Patienten mit präretinaler Membran besserten sich von 0,08 auf 0,32. Bei den Patienten mit peripherer Traktionsablatio führte die Vitrektomie zu einer Visusstabilisierung von 0,1.

Schlussfolgerung: Die pars plana Vitrektomie stellt bei fortgeschrittenen retinalen kapillären Gefäßtumoren mit Sekundärkomplikationen, die eine ernsthafte Visusbedrohung darstellen, eine geeignete Therapieoption zur Visusstabilisierung und Augenerhalt dar.