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85. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte

03.11.2012, Seeheim bei Darmstadt

Drei Fälle – eine Diagnose: Manifestationsformen der Sarkoidose in der Augenheilkunde

Meeting Abstract

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  • A. Fieß - Wiesbaden
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Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. 85. Versammlung der Vereinigung Rhein-Mainischer Augenärzte. Seeheim bei Darmstadt, 03.-03.11.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rma27

DOI: 10.3205/12rma27, URN: urn:nbn:de:0183-12rma272

Veröffentlicht: 31. Oktober 2012

© 2012 Fieß et al.
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Gliederung

Text

Kurzzusammenfassung: Wir berichten über drei Patienten mit unterschiedlicher Anamnese und variablem Befund einer Panuveitis. Bei allen Patienten konnte eine Sarkoidose diagnostiziert werden, bei einem Patienten sogar das Heerfordt-Syndrom als Sonderform der Sarkoidose. Die beschriebenen Fälle demonstrieren die Bandbreite des ophthalmologischen Befallsmusters der Sarkoidose, deren frühzeitige Diagnosestellung und Therapie von entscheidender Bedeutung für die Prognose sind.

Einleitung: Die Sarkoidose kann hinsichtlich ophthalmologischer und allgemeiner Symptomatik eine große Bandbreite aufweisen. Dabei sind die frühzeitige Diagnosestellung und Therapie für die Visusprognose von entscheidender Bedeutung. Deshalb werden im Folgenden drei besondere Fälle mit okulärer Symptomatik bei Sarkoidose vorgestellt.

Methodik: Fallbericht

Ergebnisse: Wir berichten über drei Patienten mit Panuveitis bei unterschiedlicher Anamnese und entsprechend differenter Verdachtsdiagnose. Ein 14-jähriger Junge litt initial an einer therapieresistenten Sinusitis, gefolgt von einer Panuveitis mit ausgeprägtem chorioretinalen Befallsmuster. Weiterhin bestanden eine Fazialisparese, eine Parotisschwellung, Fieber sowie eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Die histologische Aufarbeitung der Conchotomie ergab eine granulomatöse Entzündung mit nicht verkäsenden Granulomen. Eine 66-jährige Patientin stellte sich mit der Verdachtsdiagnose eines paraneoplastischen Syndroms bei Z.n. Sigmakarzinom vor. Es imponierte eine ausgeprägte Uveitis mit überwiegendem anterioren Reizzustand. Zunächst karzinomverdächtige Herde im Thorax-CT ergaben die Diagnose einer Sarkoidose. Ein 51-jähriger Patient war allgemeinanamnestisch gesund. Er beschrieb eine langsame progrediente Abnahme der Sehschärfe, welche sowohl durch eine Vitritis als auch vor allem durch ein ausgeprägtes Makulaödem erklärt wurde. Im Rahmen der Ursachenabklärung zeigte sich eine bihiläre Lymphadenopathie im Röntgen-Thorax.

Diskussion: Bei allen Patienten konnte nach zunächst anders lautender Verdachtsdiagnose eine Sarkoidose gesichert werden, wobei es sich bei Fall 1 um ein Heerfordt-Syndrom als Sonderform der Sarkoidose handelte. Unter systemischer Prednisolontherapie kam es bei allen drei Patienten zu einer deutlichen Befundbesserung. Die beschriebenen Fälle demonstrieren die Bandbreite des ophthalmologischen Befallsmusters der Sarkoidose, deren frühzeitige Diagnosestellung und Therapie von entscheidender Bedeutung für die Prognose sind.