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25. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

01.06. - 02.06.2012, Münster

Vergleichende Bestrahlungsplanung eines para-fovealen Aderhautmelanoms: 68 MeV Protonen vs. Ru-106 Applikator

Kongressabstract

  • Jens Heufelder - Charité Universitätsmedizin Protonen am HZB Berlin; Augenklinik der Charité CBF Berlin
  • A. Weber - Charité Universitätsmedizin Protonen am HZB Berlin
  • L. Moser - Charité Universitätsmedizin, Klink für Radioonkologie und Strahlentherapie CBF Berlin
  • G. Willerding - Augenklinik der Charité CBF Berlin
  • A.M. Joussen - Augenklinik der Charité CBF Berlin

Retinologische Gesellschaft. 25. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Münster, 01.-02.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rg46

DOI: 10.3205/12rg46, URN: urn:nbn:de:0183-12rg464

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2012/12rg46.shtml

Veröffentlicht: 30. Mai 2012

© 2012 Heufelder et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Zur Strahlentherapie des Aderhautmelanoms wird je nach Lokalisation und Größe des Tumors auf die Protonentherapie oder eine Behandlung mit Applikatoren zurückgegriffen. Die Protonentherapie mit ihrer homogenen Dosis kommt bei Tumoren mit über 5 mm Prominenz oder bei der Lage des Tumors am hinteren Augenpol zur Anwendung. In den anderen Fällen wird meistens mit Ruthenium-106 Applikatoren, die eine sehr inhomogene Dosisverteilung haben, bestrahlt. Mit beiden Verfahren kann eine sehr gute Tumorkontrolle erzielt werden.

Methoden: Im vorliegenden Fall wird ein Aderhautmelanom in 2 mm Abstand zur Fovea, mit einer Basis von 11,5×10,5 mm² und 3,5 mm Prominenz einer Protonentherapieplanung und einer Applikatorplanung unterzogen. Die Dosisverteilung für eine Protonentherapie mit 60 CGE (Cobalt Gray Equivalent, 1 CGE = 1,1 Gy für Protonen) auf dem Tumor wurde mit dem Bestrahlungsplanungsprogramm OCTOPUS v4.4.9 berechnet. Die Isodosen für den verwendeten CCA-Applikator der Firma Bebig wurden mit dem Monte-Carlo Code MCNPX v2.6.0 erstellt. Dosierungsgrundlage hier für waren 100 Gy Tumorspitzendosis und mindestens 400 Gy Sklerakontaktdosis.

Ergebnisse: Der Protonenplan ermöglicht eine homogene Bestrahlung des Tumors mit 60 CGE. Die Dosis des CCA-Applikators im Tumor liegt zwischen 100 Gy (Tumorspitze) und 346 Gy (Basis). Die Sklerakontaktdosis beträgt 426 Gy. In beiden Fällen werden 25% der Retina von der 20 Gy Isodose umschlossen. Die Fovea erhält durch den Rutheniumapplikator eine mittlere Dosis von 23,7 Gy. Bei den Protonen wird die Fovea nicht bestrahlt.

Schlussfolgerungen: Beide Verfahren ermöglichen eine Bestrahlung des Tumors auf Basis der Planungsvorgaben. Die Protonentherapie weißt eine homogene Dosisverteilung verbunden mit einer geringeren Belastung von der Retina auf, insbesondere auch der Fovea.