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25. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

01.06. - 02.06.2012, Münster

Imaging fokaler Hyperpigmentierungen bei früher und intermediärer AMD – Analyse longitudinaler Veränderungen

Kongressabstract

  • Arno P. Göbel - Universitäts-Augenklinik Bonn
  • S. Grundei - Universitäts-Augenklinik Bonn
  • F.G. Holz - Universitäts-Augenklinik Bonn
  • S. Schmitz-Valckenberg - Universitäts-Augenklinik Bonn

Retinologische Gesellschaft. 25. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Münster, 01.-02.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rg33

DOI: 10.3205/12rg33, URN: urn:nbn:de:0183-12rg338

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2012/12rg33.shtml

Veröffentlicht: 30. Mai 2012

© 2012 Göbel et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Fokale Hyperpigmentierungen stellen einen Hochrisikofaktor für die Progression der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) dar. Ziel dieser prospektiven Studie war die Erfassung longitudinaler Veränderungen bei früher und intermediärer AMD mittels multimodaler Bildgebung.

Methoden: 18 Augen mit früher oder intermediärer AMD (AREDS-Klassifikation) von 14 Patienten (mittleres Alter 74 Jahre) wurden eingeschlossen. Bei Erstuntersuchung (t0) und nach einem Jahr (t1) erfolgten Farbfundusphotographie (Visucam), cSLO-Fundusautofluoreszenz und spectral-domain optische Kohärenztomographie (SD-OCT) (Spectralis HRA+OCT). Nach semi-automatischer Alignierung zwischen verschiedenen Bildmodalitäten und beiden Untersuchungszeitpunkten erfolgte die topographische Korrelation von Hyperpigmentierungen mit dem fokalen FAF- und SD-OCT-Signal.

Ergebnisse: In 8 der 18 Augen waren Hyperpigmentierungen in der Fundusphotographie zu t0 und t1 zu erkennen. Zu t0 fanden sich 27 Hyperpigmentierungen, von denen zu t1 11 eine Zunahme, 5 eine Abnahme und 11 keine Veränderung in der Größe zeigten. In der Fundusautofluoreszenz zeigte sich zu t0 bei 14 ein erhöhtes, bei 6 ein normales Signal. Über die Zeit veränderte sich das Signal in 3 Fällen: von erhöht bei t0 zu normal bei t1. In der SD-OCT zeigte sich zu t0 in 8 Fällen eine fokale Hyperreflektivität oberhalb der Bande 4, in 2 nur auf Höhe der Bande 4. Über die Zeit zeigte sich in 4 Fällen eine Migration des hyperreflektiven Signals in Richtung innerer Netzhautschichten.

Schlussfolgerungen: In der Fundusphotographie sichtbare Hyperpigmentierungen gehen mit unterschiedlichen Veränderungen in FAF und SD-OCT einher. Über die Zeit können dynamische Veränderungen mittels multimodaler Bildgebung beobachtet werden, die auf eine Migration von Pigmentepithelzellen und Zelluntergang in äußeren Netzhautschichten hinweisen.