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25. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

01.06. - 02.06.2012, Münster

Etablierung eines organotypischen retinalen Ischämiemodells

Kongressabstract

  • presenting/speaker Sven Schnichels - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • M. Blak - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • J. Hofmann - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • K.U. Bartz-Schmidt - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • M.S. Spitzer - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • M. Schultheiss - Universitäts-Augenklinik Tübingen

Retinologische Gesellschaft. 25. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Münster, 01.-02.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rg09

doi: 10.3205/12rg09, urn:nbn:de:0183-12rg097

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2012/12rg09.shtml

Veröffentlicht: 30. Mai 2012

© 2012 Schnichels et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Ischämie spielt eine wichtige Rolle bei vielen ophthalmologischen Erkrankungen. Retinale Ganglienzellen (RGZ) reagieren am empfindlichsten auf Ischämie. Um neuroprotektive Substanzen oder Therapien erfolgreich Testen zu können, haben wir eine Ischämiekammer für organotypische Kulturen entwickelt. Wir benutzen organotypische Kulturen da sie einfacher, kostengünstiger und tierschonender sind. Darüber hinaus können zahlreiche Therapien und Agenzien vergleichbar getestet werden.

Methoden: In dieser Pilotstudie haben wir die Retinae bei 37°C für fünf verschiedene Zeitintervalle (45–120 Minuten) unter ischaemischen Bedingungen inkubiert. Hierzu wurde die Ischämiekammer für fünf Minuten mit N2 geflutet und anschließend für die restliche Zeit luftdicht verschlossen. Anschließend wurden die Kulturen für 24, 48 oder 72 Std. unter Standardbedingungen in einem Inkubator inkubiert. Zur Bestimmung der Anzahl der RGZ und der apoptotischen RGZ wurden die Retinae eingefroren und histologisch aufgearbeitet. Zur Ganglienzellmarkierung wurden Färbungen mit dem Brna3a-Antikörper durchgeführt. Apoptotische Zellen wurden mit der TUNEL-Färbung markiert und die Gesamtzahl der Zellen via DAPI-Färbung bestimmt.

Ergebnisse: Die Zahl der RGZ verringerte sich in zeitabhängig von der Kultivierungszeit: je länger die Retinae in Kultur waren desto geringer war die Zahl der RGZ. Darüber hinaus waren die Abnahme der RGZ sowie die Zahl der apoptotischen RGZ stark abhängig von der Ischämierdauer.

Schlussfolgerungen: Wir haben erfolgreich ein organotypisches Ischämiemodell etabliert. Zahlreiche neuroprotektive Agenzien oder Therapien können nun unter ischaemischen organotypischen Bedingungen getestet werden. Darüber hinaus haben wir unsere Kammer so verbessert, dass Manipulationen (z.B. Injektion von Therapeutika, Austausch des Medium oder Temperaturanpassungen) während der Ischämiephase möglich sind.