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25. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

01.06. - 02.06.2012, Münster

Internistische Begleiterkrankungen und Risikoeinschätzung bei Patienten mit Glaskörpereinblutung vor vitreoretinaler Chirurgie

Kongressabstract

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  • Antje Just - Klinik für Augenheilkunde, Klinikum Frankfurt/Oder
  • E. Hartung - Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, Klinikum Frankfurt/Oder
  • C. Wirbelauer - Klinik für Augenheilkunde, Klinikum Frankfurt/Oder

Retinologische Gesellschaft. 25. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Münster, 01.-02.06.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12rg05

DOI: 10.3205/12rg05, URN: urn:nbn:de:0183-12rg050

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2012/12rg05.shtml

Veröffentlicht: 30. Mai 2012

© 2012 Just et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Patienten mit vasoproliferativen Retinopathien und Glaskörpereinblutungen haben aufgrund ihres Alters und ihrer Begleiterkrankungen ein erhöhtes Operationsrisiko. Ziel dieser klinischen Beobachtung war es, im Rahmen der vitreoretinalen Chirurgie besondere prä- und intraoperative Parameter (Alter, Geschlecht, ASA-Klassifikation, Operationsdauer, Begleiterkrankungen) zu erfassen und eine Risikoeinschätzung vorzunehmen.

Methoden: In einer prospektiven Untersuchung wurden die Daten von 46 Patienten mit Glaskörperhämorrhagien bei vasoproliferativen Retinopathien analysiert bei denen ein vitreoretinaler Eingriff in Intubationsnarkose vorgenommen wurde. Untersucht wurde der Einfluss von ASA-Kriterien und Begleiterkrankungen auf den prä-, intra- und postoperativen Verlauf.

Ergebnisse: Das durchschnittliche Alter lag bei 66 Jahren und es lagen im Mittel 2,4 internistische Begleiterkrankungen vor. 88% der Patienten gehörten der ASA- Risikogruppe II und III an und 9,3% der Patienten zählten sogar zur ASA-Gruppe IV. Nur 2,3% gehörten der niedrigen ASA-Risikogruppe I an. Bezüglich der Bewertung der Operationsdauer und der postoperativen Komplikationen gab es keine Unterschiede in den ASA-Gruppen II und III (mittlere OP-Zeit: 83 min). Bei 5 Patienten (11%) lag eine dialysepflichtige Niereninsuffizienz vor und 2 Patienten (4%) mussten postoperativ internistisch weiter versorgt werden. In einem Fall kam es postoperativ zu einem Myokardinfarkt ohne letalen Ausgang.

Schlussfolgerung: Patienten mit Glaskörpereinblutungen durch vasoproliferative Retinopathien gehören zu den Risikogruppen und zeichneten sich durch eine Multimorbidität sowie erhöhten ASA-Kriterien aus. Durch die perioperative Morbidität ist deshalb eine adäquate interdisziplinäre und häufig auch postoperative intensivmedizinische Betreuung notwendig.