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24. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

17.06. - 18.06.2011, Aachen

Zähmung der widerspenstigen Retinoblastome

Kongressabstract

  • Markus Holdt - Universitäts-Augenklinik Essen
  • E. Biewald - Universitäts-Augenklinik Essen
  • S. Göricke - Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, UK Essen
  • M. Schündeln - Klinik für Kinderheilkunde III, UK Essen
  • W. Sauerwein - Klinik für Strahlentherapie, UK Essen
  • N. Bornfeld - Universitäts-Augenklinik Essen

Retinologische Gesellschaft. 24. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Aachen, 17.-18.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rg23

doi: 10.3205/11rg23, urn:nbn:de:0183-11rg232

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2011/11rg23.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2011

© 2011 Holdt et al.
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Gliederung

Text

Ein 18 Monate alter Junge mit Erstdiagnose bilateral sporadisches Retinoblastom (Rechts > Links) erhielt gemäß internationalen Empfehlungen eine systemische intravenöse Polychemotherapie mit 6 Blöcken etwa alle 3 Wochen, davon bei 4 Blöcken mit Thermotherapie. 3 Monate nach Beendigung der Chemotherapie zeigten sich beidseits Rezidive. Es folgt eine beidseitige perkutane Radiatio mit 50 Gray über 5 Wochen. 6 Monate nach Beendigung der Strahlentherapie zeigte sich am besseren linken Auge ein Rezidiv. Der Versuch der superselektiven intraarteriellen Chemotherapie konnte bei deutlicher Anastomose der Arteria ophthalmica zur Arteria meningea nicht erfolgen. Es folgte die intravitreale Therapie mit Methotrexat-Injektionen 2x wöchentlich über 4 Wochen und 1x wöchentlich über weitere 4 Wochen. Im rechten Auge entwickelte sich etwa 11 Monate nach Strahlentherapie ein Rezidiv. Die superselektive intraarterielle Chemotherapie mit 5 mg Melphalan konnte am rechten Auge erfolgreich durchgeführt werden. Beide Augen zeigen aktuell inaktive Tumoren. Weitere engmaschige Narkoseinspektionen werden folgen. Die MRT-Bildgebung zeigte kein eindeutiges extraokulares Wachstum, jedoch atypische Signalanhebungen im linken Nervus opticus. Rezidivierende Retinoblastome stellen eine besondere Herausforderung dar. Die therapeutischen Optionen sind fast immer mit bekannten potenziellen Komplikationen verbunden. Neuere therapeutische Ergänzungen zeigen ebenso ernst zu nehmende Erfolge, aber auch Gefährdungen.