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24. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

17.06. - 18.06.2011, Aachen

Variationen des retinalen Phänotyps in Modellen der neuronalen Zeroidlipofuszinose

Kongressabstract

  • R. Michael Dutescu - Augenklinik der Charité, CVK, Berlin
  • I. Semkova - Augenklinik der Charité, CVK, Berlin
  • N. Kociok - Augenklinik der Charité, CVK, Berlin
  • A.M. Joussen - Augenklinik der Charité, CVK, Berlin

Retinologische Gesellschaft. 24. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Aachen, 17.-18.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rg21

DOI: 10.3205/11rg21, URN: urn:nbn:de:0183-11rg219

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2011/11rg21.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2011

© 2011 Dutescu et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Neuronale Zeroidlipofuszinose (NCL) ist eine Gruppe von schweren erblichen neurodegenerativen Erkrankungen. Zugrundeliegende Mutationen in neun verschiedenen Genen (CLN1–9) wurden beschrieben, wobei letztlich wenig über deren Funktion bekannt ist. Eine meist im Frühstadium der Erkrankung auftretende Retinopathie ist durch lipofuszinartige, intrazelluläre Einschlüsse mit einhergehender Neurodegeneration gekennzeichnet. Hier soll nun geklärt werden, inwieweit auch inflammatorische und retinovaskuläre Veränderungen in unterschiedlichen Krankheitsmodellen vorliegen.

Methoden: Mausmodelle mit bekannten Mutationen der Neuronalen Zeroidlipofuszinose, CLN1, NCL3, NCL6 und jeweilige Wildtyp-Hintergrundmäuse wurden gezüchtet. Fluoreszein-Angiographien wurden erstellt. Paraffin fixierte Augen sind für histologische Untersuchungen herangezogen worden. Neben PAS-Färbungen dienten immunhistochemische Färbungen (GFAP, CD 31, Amyloid β, Isolectin IB4) der Charakterisierung retinaler Strukturen.

Ergebnisse: CLN1 und CLN6 Mäuse zeigen eine Anreicherung von PAS-positivem Material in retinalen Zellschichten. Mittels Isolecitin-4 Endothelzell- Färbung zeigt sich eine Okklusion der Kapillaren im CLN6-Modell bei regelrechtem Endothel der CLN-1 und CLN3 Modelle. Angiographisch stellt sich eine milde vaskuläre Hypofluoreszenz der Gefäße in CLN-1 und CLN3 Mausmodellen bei ausgeprägter Hypofluoresenz in CLN6-Mäusen dar.

Schlussfolgerungen: Die untersuchten Mausmodelle zeigen eine mutationsabhängige, retinale Pathologie mit teils ausgeprägten vaskulären Veränderungen, retinaler Neurodegeneration und Gliose. Eine weitere Phänotypisierung dieser Mausmodelle könnte uns ein besseres Verständnis der Rolle der CLN-Gene für die Netzhautfunktion und Gefäßstruktur erbringen.