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24. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

17.06. - 18.06.2011, Aachen

Auswertmethode zur objektiven und dokumentierten Zellzählung in retinalen Flatmounts

Kongressabstract

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  • Felicitas Bucher - Universitäts-Augenklinik Freiburg
  • A. Stahl - Universitäts-Augenklinik Freiburg
  • G. Martin - Universitäts-Augenklinik Freiburg
  • H. Agostini - Universitäts-Augenklinik Freiburg

Retinologische Gesellschaft. 24. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Aachen, 17.-18.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rg20

DOI: 10.3205/11rg20, URN: urn:nbn:de:0183-11rg202

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2011/11rg20.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2011

© 2011 Bucher et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Die zuverlässige Quantifizierung von Zellzahlen und deren Veränderungen in Maus-Retinae ist ein wichtiger Prozess, um physiologische wie auch pathologische zelluläre Mechanismen der Netzhaut besser zu verstehen. Nicht-verblindete Auswertmethoden bergen das Risiko des selektiven Zählens, welches zu verzerrten Auswertergebnissen führt.

Methode: Retinale Astrocyten transgener Mäuse, die GFP unter der Kontrolle des Pdgfra-Promotors im Zellkern exprimieren, wurden mit Hilfe eines selbstprogrammierten ImageJ Macros quantifiziert. Stichproben-Regionen wurden anhand des retinalen Gefäßbetts in KollagenIV-gefärbten Flatmounts ausgewhält. Das GFP-Signal war zu diesem Zeitpunkt nicht sichtbar, sodass die Möglichkeit einer selektiven Regionenwahl ausgeschlossen wurde. Die auf dem ITCN-plugin basierende Auszählung der Zellkerne fand daraufhin in dem zugehörigen GFP-Bild innerhalb der vorher festgelegten Stichproben-Regionen statt.

Ergebnisse: Die Kombination aus verblindeter Regionenwahl und automatisiertem Auszählprozess ermöglicht personen-unabhängige Auszählergebnisse. Die Spezifität des automatisierten Auszählvorgangs wird durch die Vorgabe von Zellcharakteristika im Rahmen des ITCN-Plugins optimiert. Die visuelle Darstellung der gezählten Zellkerne ermöglicht in einem Zwischenschritt eine zusätzliche Kontrolle auf falsch-positive oder falsch-negative Selektion. Die automatisierte Dokumentation der quantifizierten Flatmounts erlaubt jederzeit eine kritische Prüfung der Ergebnisse.

Schlußfolgerung: Die vorgestellte Auswertmethode ermöglicht eine objektive und dokumentierte Quantifizierung von Astrozyten in der Retina. Die Methode kann auch für die Auszählung anders markierter Zellen wie Ganglionzellen oder apoptotischen Zellen verwendet werden.