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24. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

17.06. - 18.06.2011, Aachen

Subjektiver Therapie-Erfolg und subjektive Rezidiv-Erkennung nach Ranibizumab-Therapie bei exsudativer AMD

Kongressabstract

  • Philipp S. Muether - Universitäts-Augenklinik Köln
  • R. Hörster - Universitäts-Augenklinik Köln
  • K. Koch - Universitäts-Augenklinik Köln
  • M.M. Hermann - Universitäts-Augenklinik Köln
  • B. Kirchhof - Universitäts-Augenklinik Köln
  • S. Fauser - Universitäts-Augenklinik Köln

Retinologische Gesellschaft. 24. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Aachen, 17.-18.06.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11rg07

DOI: 10.3205/11rg07, URN: urn:nbn:de:0183-11rg075

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2011/11rg07.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2011

© 2011 Muether et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Ranibizumab-Therapie der exsudativen AMD ist kostenintensiv und invasiv. Die europäische Zulassung fordert zeitaufwändige Kontrollen für die Rechtfertigung einer erneuten Therapie bei choroidalen Neovaskularisations (CNV)-Rezidiven. Wir haben untersucht, ob 1.) die Ranibizumab-Therapie für die Patienten klinisch relevante Verbesserungen erbringt, und 2.) welche Sensitivität subjektiver Eindruck, Amsler, Visus-Prüfung, Funduskopie und SD-OCT bei der Diagnose eines CNV-Rezidives erbringen.

Methoden: ETDRS-Fernvisus, Radner-Lesevisus, Lese-Geschwindigkeit (Wörter pro Minute, wpm), Amsler, subjektiver Eindruck, Funduskopie und SD-OCT wurden bei 74 Patienten vor und nach der ersten Ranibizumab-Therapie-Serie durchgeführt. Die objektiven und subjektiven Funktionsveränderungen wurden korreliert. Nach CNV-Involution wurden bei 40 Patienten monatliche Kontrollen durchgeführt. Bei Auftreten neuer Flüssigkeit im SD-OCT, klassifiziert als morphologisches Rezidiv, wurde die Sensitivität objektiver und subjektiver Funktionseinbußen hiermit verglichen.

Ergebnisse: Der Ausgangs-ETDRS stieg von 55+13,6 um 3,2+12,0 (p=0.026), die Lesegeschwindigkeit von 54+26 wpm um 20,7+44 wpm (p<0.001). 68% (n=50) der Patienten nahmen Verbesserung wahr, 21% (n=16) keine Veränderung und 11% (n=8) Verschlechterung. Subjektiver Eindruck und objektive Funktionsänderung korrelierten für jede Gruppe (p=0.002, p<0.001, p=0.043). Regressionsanalytisch bestätigte sich die Korrelation zwischen objektiver Visusänderung und subjektiver Empfindung (p=0.001). Die subjektive Wahrnehmung war unabhängig von der Therapie des besseren bzw. schlechteren Auges (p=0.826). Anteile der Rezidiv-Erkennung verglichen mit 40 OCT-morphologischen Rezidiven (100%): subjektive Verschlechterung 6 (15%); Zunahme von Metamorphopsien 12 (30%); ETDRS- und/oder Radner-Visusverlust von > einer Visus-Zeile 11 (28%); funduskopisch 10 (25%); kumulative Sensitivität 27 (67.5%).

Schlussfolgerungen: Der Erfolg der Ranibizumab-Therapie ist nicht nur statistisch signifikant, sondern trotz ihrer Intensität und Invasivität für den Patienten klinisch relevant. Bezüglich der Rezidiv-Erkennung ist das SD-OCT sämtlichen psycho/physischen Untersuchungsmethoden deutlich überlegen.