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23. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

24.09. - 25.09.2010, Freiburg

Von der IFDA initiierte Patientenbefragung zur diabetischen Retinopathie und ophthalmologischem Screening

Kongressabstract

  • Georg Spital - Augenabteilung am St.Franziskus-Hospital Münster
  • A. Abeler - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin WWU Münster
  • D. Pauleikhoff - Augenabteilung am St.Franziskus-Hospital Münster
  • B. Bertram - Aachen
  • M. Ulbig - Augenklinik der LMU München
  • L. Rose - Diabetologische Schwerpunktpraxis am St.Franziskus-Hospital Münster
  • H. Hense - Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin WWU Münster

Retinologische Gesellschaft. 23. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Freiburg i. Br., 24.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rg70

DOI: 10.3205/10rg70, URN: urn:nbn:de:0183-10rg707

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2010/10rg70.shtml

Veröffentlicht: 21. September 2010

© 2010 Spital et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Der Wissensstand von Diabetikern zur diabetischen Retinopathie (DR), ihrer Prophylaxe und Therapie, sowie Probleme und Einstellungen der Betroffenen bezüglich augenärztlichem DR-Screening sind wenig untersucht. Für eine Verbesserung der ophthalmologischen Versorgung der Diabetiker und den Erfolg von Prophylaxe und Screening sind diese Fragen wesentlich. Die Initiativgruppe Früherkennung diabetischer Augenerkrankungen (IFDA) initiierte daher eine orientierende Patientenbefragung.

Methoden: Fragebogengestützte anonymisierte Umfrage in Hausarztpraxen der Region Münster. Fragen betrafen Diabetesanamnese, Kenntnisse zur DR, Informationsvermittlung sowie Einschätzung persönlichen DR-Risikos und Erfahrungen/Einstellungen zur ophthalmologischen Untersuchung.

Ergebnisse: Teilnahme: 315 Diabetiker in 18 Hausarztpraxen in Münster (>85% Typ2 DM; Ø67J.; 68%<10J. Diabetesdauer; 12,9% Diagnose DR) 65% fühlten sich gut über DR informiert. Nur 44% wussten, dass Netzhautuntersuchung beim DR-Screening wesentlich ist. Augenärztl. Therapiemöglichkeit der DR war nur ~50% bekannt. Die Rolle der BZ-Einstellung zur DR-Prophylaxe war >70% bewusst, die der RR-Einstellung >40% nicht bekannt. Der HBA1c-Wert war 23% unbekannt. >90% halten ophthamolog. Screening f. wichtig und ~ 2/3 haben Angst vor DR. Terminvergabe, Wartezeit und Information beim Augenarzt wurden >80% positiv beurteilt. Mydriasis in 26% als besonders störend bei der Untersuchung angegeben.

Schlußfolgerungen: Unter hausärztlich versorgten Diabetikern im städtischen Bereich Münsters war ein hohes Problembewusstsein bezüglich DR und überwiegend positive Erfahrungen mit der augenärztlichen Screening-Untersuchung erkennbar. Über Prophylaxe einer DR, Erkrankungsdetails sowie augenärztliche Therapiemöglichkeiten besteht ein Informationsdefizit. Hier scheinen Informationskampagnen sinnvoll. Deutschlandweit dürfte der Informationsbedarf relativ hierzu deutlich größer sein, da „non-compliante“ Diabetiker und ländliche Regionen nicht erfasst wurden.