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23. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

24.09. - 25.09.2010, Freiburg

Diagnostische Luftvitrektomie in der Abklärung unklarer intraokularer Entzündungen

Kongressabstract

  • Veronique Kitiratschky - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • K. U. Bartz-Schmidt - Universitäts-Augenklinik Tübingen
  • P. Szurman - Universitäts-Augenklinik Tübingen

Retinologische Gesellschaft. 23. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Freiburg i. Br., 24.-25.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10rg65

doi: 10.3205/10rg65, urn:nbn:de:0183-10rg655

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2010/10rg65.shtml

Veröffentlicht: 21. September 2010

© 2010 Kitiratschky et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Ziel der Studie war die Evaluierung der Luftvitrektomie bei intraokularen Entzündungen unklarer Genese.

Patienten und Methoden: Es wurde eine retrospektive Analyse der diagnostischen Luftvitrektomie an unserer Klinik durchgeführt. Eingeschlossen wurden 86 Patienten mit klinischem Verdacht auf 1. eine visus- oder lebensbedrohende intraokulare Entzündung wie Virusretinitis, endogene Pilzendophthalmitis oder intraokulares Lymphom, oder 2. atypischen Verlauf einer intraokularen Entzündung oder ausbleibendem Ansprechen auf eine empirische Therapie. Ausschlusskriterien waren Immunosuppression, purulente Infektion des vorderen Augenabschnitts sowie positive Fremdkörperanamnese oder eine intraokulare Operation in den letzten 7 Tagen. Zur Gewinnung einer unverdünnten und ausreichenden Glaskörperprobe (>3 ml) wurde die Vitrektomie unter Luftinfusion („Luftvitrektomie“) durchgeführt. Befundabhängig erfolgte eine Netzhautbiopsie. Die Glaskörperproben wurden einer mikrobiologischen, virologischen sowie pathologischen Untersuchung unterzogen.

Ergebnisse: Durch die Vitrektomie alleine oder in Verbindung mit einer Netzhautbiopsie wurde bei 5 von 86 Patienten ein intraokulares Lymphom diagnostiziert. Bei 2 weiteren Patienten bestand nach pathologischer Diagnostik der starke Verdacht auf ein Lymphom. Eine infektiöse Ursache wurde bei 28 von 86 Patienten gefunden, wobei am häufigsten humane Herpesviren nachgewiesen wurden (21 von 86 Patienten). Der klinische Verdacht einer Virusretinitis wurde am häufigsten bestätigt, während bei Patienten mit unklarer Panuveitis oder dem klinischen Verdacht eines intraokularen Lymphoms weniger häufig eine Ursache identifiziert werden konnte.

Schlussfolgerungen: Die diagnostische Luftvitrektomie ist eine sichere und nützliche Ergänzung der diagnostischen Möglichkeiten bei visus- und lebensbedrohenden intraokularen Entzündungen. Mittels Luftvitrektomie kann eine ausreichende Menge unverdünnten Glaskörpes gewonnen werden.