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22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Die prognostische Bedeutung von zirkulierenden Tumorzellen beim metastasierten Aderhautmelanom

Kongressabstract

  • Ronny Schuster - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Campus Benjamin Franklin
  • N. E. Bechrakis - Universitäts-Augenklinik Innsbruck
  • A. Stroux - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Institut für Statistik, Campus Benjamin Franklin
  • A. Busse - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Campus Benjamin Franklin
  • A. Schmittel - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Campus Benjamin Franklin
  • E. Thiel - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Campus Benjamin Franklin
  • M. H. Foerster - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Augenklinik, Campus Benjamin Franklin
  • U. Keilholz - Charité-Universitätsmedizin Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie, Campus Benjamin Franklin

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-59

DOI: 10.3205/09rg60, URN: urn:nbn:de:0183-09rg609

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg60.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Schuster et al.
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Gliederung

Text

Aderhautmelanome metastasieren auf hämatogenem Weg vorwiegend in die Leber. Das Ziel der Studie ist der Nachweis von zirkulierenden Tumorzellen (CTC) bei Patienten mit gesicherter Metastasierung als Zeichen einer systemischen Erkrankung und die Untersuchung ihrer prognostischen Bedeutung. Zum Zeitpunkt des Therapiebeginns der metastasierten Erkrankung wurden Blutproben von 68 Patienten gewonnen, wobei 48 Patienten ausschließlich Lebermetastasen hatten. Der Nachweis von CTCs erfolgte über die Messung der mRNA-Expression von Tyrosinase und MelanA/MART1 durch quantitative real-time RT-PCR. Mittels statistischer Verfahren wurde der Einfluss des Nachweises von CTCs sowie weiterer Patienten-bezogenen Größen auf das progressionsfreie und das Gesamtüberleben untersucht (PFS and OS).CTCs wurden in 63% aller Patienten und in 67% der 48 Patienten mit ausschließlicher Lebermetastasierung detektiert. In der univariaten Analyse wurden das PCR-Ergebnis, die Serum lactate dehydrogenase (LDH) sowie der Ort der Metastasierung als signifikante prognostische Faktoren für das PFS selektiert. Prognostische Faktoren für das Überleben waren PCR, LDH und der Karnofsky-Index. In der multivariaten Analyse waren sowohl das PCR-Ergebnis als auch die LDH unabhängige prognistische Faktoren für die Krankheitsprogression (hazard ratios 2.2/3.5) und das Überleben (hazard ratios 4.0/6.5). Durch eine Kombination beider Einflußgrößen ließ sich die Patientencohorte in drei Gruppen unterschiedlicher Prognose aufteilen. CTCs können in der Mehrzahl der Patienten mit metastasiertem Aderhautmelanom, auch bei ausschließlicher Lebermetastasierung, nachgewiesen werden als Zeichen einer systemischen Erkrankung. Der Nachweis der CTC-spezifischen mRNA-Transkripte Tyrosinase and MelanA/MART1 mittels PCR ist ein ungünstiger prognostischer Faktor bezüglich PFS und OS. Die weitere Charakterisierung von CTCs kann unser Verständnis ihres biologischen Verhaltens erweitern.