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22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Langzeitergebnisse nach Pars plana Vitrektomie bei Terson Syndrom

Kongressabstract

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  • Wolfgang F. Schrader - Universitäts-Augenklinik Würzburg
  • M. Vetterle - Universitäts-Augenklinik Würzburg

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-43

DOI: 10.3205/09rg44, URN: urn:nbn:de:0183-09rg443

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg44.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Schrader et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Als Terson Syndrom wird eine Glaskörperblutung beschrieben, wie sie bei 5% aller Patienten mit einer intrakraniellen Blutung auftritt. Eine persistierende Glaskörperblutung ist eine Indikation zur Pars plana Vitrektomie (PPV). Zum Zeitpunkt der PPV waren die meisten Patienten hochgradig pflegebedürftig, so dass wir in den letzten 10 Jahren die Patienten meist tagestationär behandelten und unmittelbar nach der Operation in das neurologische Rehabilitationszenztrum zurücküberwiesen. Auf diese Weise ist nur selten eine Nachbeobachtung an unserer Klinik möglich gewesen. Uns interessierte deshalb das anatomische und funktionelle Langzeitergebnis (1 bis 3 Jahre) nach Operation und der Einfluss der Operation auf die weitere chirurgische Rehabilitation.

Methoden: Retrospektiv wurden die Krankengeschichten von 32 Patienten verfolgt, die wir im Zeitraum Januar 1996 bis April 2004 einer PPV wegen einer Glaskörperblutung nach intrakranieller Blutung unterzogen.

Ergebnisse: Die PPV erfolgte im Mittel 12,2 Wochen nach der intrakraniellen Blutung überwiegend tagestationär. 11 von 32 Patienten erlitten eine beidseitige Blutung. 6 Patienten wurden beidseitig operiert, 5 verstarben, bevor die zweite Operation erfolgen konnte. Der Visus stieg von präoperativ LogMAR 1,9 (etwa Fingerzählen) auf postoperativ LogMAR 0,551 (etwa Visus 0,3) 6 Monate nach Operation, LogMAR 0,148 1 Jahr und LogMAR 0,179 (jeweils etwa 0,7) 3 Jahre nach Operation an. Die neurologischen Befunde haben sich bereits unmittelbar nach PPV erheblich verbessert. Waren präoperativ 63% der Patienten auf einen Rollstuhl angewiesen, so sank dieser Anteil auf 39% 6 Wochen nach Operation, weiter auf 36% nach 6 Monaten, 32% nach einem Jahr und 30% nach 3 Jahren.

Schlussfolgerung: Die Pars plana Vitrektomie ist beim Terson-Syndrom auch tagesstationär oder ambulant durchgeführt funktionell erfolgreich und komplikationsarm und beschleunigt die neurologische Rehabilitation des Patienten.