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22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Riesenrissablatio und Silikonöltamponade: Häufigkeit unklarer Visuseinbußen

Kongressabstract

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  • Silvia Bopp - Augenklinik Universitätsallee, Bremen
  • A. Schüler - Augenklinik Universitätsallee, Bremen
  • K. Lucke - Augenklinik Universitätsallee, Bremen

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-32

doi: 10.3205/09rg33, urn:nbn:de:0183-09rg330

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg33.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Bopp et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Behandlung der Riesenrissablatio mit Silikonöltamponade gilt als Standard und geht mit anatomischen Erfolgsraten von rund 95% einher. Anekdotisch werden im Zusammenhang mit der Silikonöltamponade unerklärte Visusverluste beobachtet. Zur Häufigkeit ist wenig bekannt. Da bei Riesenrissen die Makula häufig noch anliegt und gute funktionelle Ergebnisse zu erwarten sind, wird diese Komplikation anhand einer konsekutiven Fallserie retrospektiv untersucht.

Methoden: Analyse der funktionellen und anatomischen Ergebnisse nach Silikonölchirurgie bei Riesenrissen ohne PVR, die in den Jahren 2003–2008 behandelt wurden.

Ergebnisse: Im Beobachtungszeitraum wurden 33 Augen durch Vitrektomie und Silikonöltamponade mit/ohne Linsenchirurgie behandelt. In 54,5% lag die Makula primär an (Gruppe 1), in 45,5% war sie bereits abgehoben (Gruppe 2). Die Tamponade wurde nach durchschnittlich 4 Monaten entfernt. Das Nachbeobachtung betrug im Mittel 15,6 Monate (Range: 4–46 Monate). Im Gesamtkollektiv wurde eine Visusverbesserung von präoperativ 0,03 auf postoperativ 0,25 erreicht. Der Visusanstieg betraf vornehmlich die Gruppe der Patienten mit präoperativ abgehobener Makula (0,03 vs. 0,3). In der Gruppe mit initial anliegender Makula wurde kein Visusgewinn verzeichnet (0,24 vs. 0,22). Die Detailanalyse der Gruppe 1 ergab, dass in der Hälfte (9/18) der Augen der postoperative Visus bei nur 0,1–0,2 lag. Diese Patienten hatten mehrheitlich nach initial gutem Visus eine Sehverschlechterung und klagten über ein Zentralskotom. Postoperative Komplikationen, die als Erklärung dienen könnten, traten nicht auf.

Schlussfolgerungen: In Augen mit gutem Visuspotenzial sind Silikonöl-assoziierte Visuseinbußen häufiger als angenommen. Sie treten ab dem 2. Monat und meist noch während der intraokularen Tamponade auf. Solange die Ursache oder Mechanismen für diese Komplikation nicht geklärt sind, ist die Konsequenz der Resultate entweder eine möglichst frühzeitige Silikonölentfernung oder ggf. der Einsatz einer Tamponade mit langwirkendem Gas für Augen mit anliegender Makula und komplexer Ablatiosituation.