gms | German Medical Science

22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Visusverlauf nach ILM-Peeling bei epiretinaler Gliose mit und ohne Anfärbung mit Indocyanin-Grün

Kongressabstract

Suche in Medline nach

  • Andreas Schüler - Augenklinik Universitätsallee, Bremen
  • S. Bopp - Augenklinik Universitätsallee, Bremen
  • K. Lucke - Augenklinik Universitätsallee, Bremen

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-27

doi: 10.3205/09rg28, urn:nbn:de:0183-09rg285

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg28.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Schüler et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Indocyaningrün-assistiertes Peeling der ILM wird, trotz der nicht endgültig entschiedenen Toxizitätsdebatte um diesen Farbstoff, klinisch noch häufig verwendet. Diese retrospektive Fall-Kontrollstudie untersucht, ob die intraoperative Anfärbung der ILM im Rahmen der Vitrektomie bei epiretinaler Gliose einen messbaren Effekt auf die postoperative Visusentwicklung hat.

Methode: Verglichen wurden Visusverläufe nach Vitrektomien im Jahre 2001, die ohne Verwendung von Farbstoffen erfolgten, mit Vitrektomien im Jahr 2007 bei denen eine Anfärbung der ILM mit Indocyangrün (ICG) erfolgte. Bei allen Augen wurde ein kombinierter Eingriff mit Phakoemulsifikation, Kunstlinseneinpflanzung, Vitrektomie mit Membran- und ILM-Peeling durchgeführt.

Ergebnisse: Der präoperative LogMar-Visus lag in der Gruppe ohne ILM-Anfärbung (n=75) bei 0,46±0,21 und in der Gruppe mit ICG-Anfärbung (n=78) bei 0,37±0,23. Sechs Wochen postoperativ lag in der Gruppe ohne ILM-Anfärbung der LogMar-Visusanstieg bei –0,1±0,16 während mit ICG-Anfärbung der Visusanstieg bei –0,035±0,23 lag (p=0,05). Langfristig war der Log-Mar-Visusanstieg in der Gruppe ohne ILM-Anfärbung nach einem mittleren Follow-up von 13,7 Monate mit –0,17±0,23 signifikant höher (p=0,009) als in der Gruppe mit ICG-Anfärbung die nach einem mittleren Follow-up von 10,2 Monaten um –0,10±0,22 anstieg.

Schlußfolgerung: Die Anfärbung der ILM mit ICG zur Behandlung der epiretinalen Gliose führte postoperativ zu einer langsameren Visuserholung und zu einer letztendlich signifikant geringeren Visusbesserung. Der klinisch eindeutig messbare negative Effekt von ICG auf die Visusentwicklung unterstreicht die Relevanz der diskutierten Toxizität der derzeit verwendeten Farbstoffe.