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22. Jahrestagung der Deutschen Retinologischen Gesellschaft

Deutsche Gesellschaft für Retinologie

26.06. - 27.06.2009, Berlin

Die Flachpräparation der inneren Grenzmembran

Kongressabstract

  • Ricarda G. Schumann - Universitäts-Augenklinik München
  • R. Scheler - Universitäts-Augenklinik München
  • M. M. Schaumberger - Universitäts-Augenklinik München
  • C. Haritoglou - Universitäts-Augenklinik München
  • A. Kampik - Universitäts-Augenklinik München
  • A. Gandorfer - Universitäts-Augenklinik München

Retinologische Gesellschaft. 22. Jahrestagung der Retinologischen Gesellschaft. Berlin, 26.-27.06.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocRG2009-26

doi: 10.3205/09rg27, urn:nbn:de:0183-09rg274

Dieses ist die Originalversion des Artikels.
Die übersetzte Version finden Sie unter: http://www.egms.de/en/meetings/rg2009/09rg27.shtml

Veröffentlicht: 29. Juni 2009

© 2009 Schumann et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: In der konventionellen Lichtmikroskopie werden Präparate der inneren Grenzmembran (ILM) als Serienschnitte aufbereitet. Damit sind nur begrenzte Aussagen über Zelldichte und Zellverteilung möglich. Anhand von idiopathischen Makulaforamina (IMF) wird die Flachpräparation der ILM als neue Präparationsmethode vorgestellt, die eine Beurteilung der gesamten Membran erlaubt.

Methoden: Dazu wurden vierzig Präparate der ILM chirurgisch von 40 Augen mit IMF durch Standardvitrektomie gewonnen. Die Präparate wurden in 2% Paraformaldehyd und 0,1% Glutaraldehyd fixiert. Die Membranen wurden auf Glasobjektträger aufgezogen und für die Interferenzmikroskopie flach ausgebreitet. Die Kernfärbung erfolgte mit 4’,6-diamidino-2-Phenylindol (DAPI).

Ergebnisse: Die Aufbereitung der ILM als Flachpräparat zeigte eine Aufsicht auf die gesamte entfernte Fläche der ILM. Die mittlere Fläche der entfernten ILM betrug 12,0 mm2 (3,2 mm2 bis 22,6 mm2). Zelluläre Proliferationen wurden in allen Präparaten der ILM gefunden. Die mittlere Zellzahl betrug 1663 Zellen (18 bis 6914 Zellen). In der Zellverteilung wurde zwischen homogen und inhomogen mit Zellhaufen unterschieden. Die Zelldichte betrug in Präparaten mit homogener Zellverteilung 95 Zellen/mm2 und in Präparaten mit Zellhaufen 365 Zellen/mm2. Eine Differenzierung der dargestellten Zellen und eine eindeutige Zuordnung von zellulärer Proliferation zu vitrealer oder retinaler Seite der ILM ist ohne zusätzliche Untersuchung nicht möglich.

Schlussfolgerung: Die Flachpräparation der ILM erlaubt die Darstellung der gesamten Membran in der Aufsicht. Damit konnte erstmals das Vorkommen zellulärer Proliferationen an der ILM in 100% aller IMF gezeigt werden. Das neue Präparationsverfahren eignet sich insbesondere für Untersuchungen zur Zellquantifizierung und Zellverteilung. Weitere Studien müssen die Möglichkeit einer Zelldifferenzierung im ILM Flachpräparat klären.