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Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen
2. Tagung des Förderschwerpunktes "Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess"

25. bis 27.03.2004, Freiburg

Befragung niedergelassener Ärzte/innen und Psychotherapeuten/innen zur Kooperation mit Selbsthilfegruppen im Bereich der KV Nordrhein, Kreis Wesel

Meeting Abstract

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  • corresponding author R. Rau - Kreis Wesel, Fachbereich Gesundheitswesen Mühlenstr. 9-11, 47441 Moers
  • S. Theiß - Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein, KOSA Düsseldorf
  • R. Meye - Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI), Köln

Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen. 2. Tagung des Förderschwerpunktes "Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess". Freiburg, 25.-27.03.2004. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2004. Doc04pat31

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/pat2004/04pat31.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2004

© 2004 Rau et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund

Im Rahmen einer schriftlichen Befragung gesundheitsbezogener Selbsthilfegruppen (SHG) im Kreis Wesel 1999/2000 zeigte sich u.a., dass aus Sicht der Selbsthilfegruppen das Kooperationsverhältnis zu niedergelassenen Ärzten/innen - im Vergleich zu anderen Akteuren im Gesundheitswesen - am ehesten zu intensivieren ist. Unterstützungsbedarf wurde mehrheitlich bei der Vermittlung von med. Experten/innen (z.B. als Referenten/innen) geäußert. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde vorliegendes Projekt von der Kooperationsberatung für Selbsthilfegruppen und Ärzte (KOSA) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Düsseldorf, der Kommunalen Gesundheitskonferenz des Kreises Wesel und dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Köln, in den Jahren 2002/2003 durchgeführt.

Ziel der Untersuchung

Annäherung zwischen Selbsthilfegruppen (SHG) und niedergelassener Ärzteschaft im Kreis Wesel durch koordinierte Maßnahmen fördern.

Material und Methoden

Primärdatenerhebung bei 580 Praxen im Kreis Wesel mit einem Rücklauf von 134 Praxen (23,1%)

Ergebnisse

• 111 Praxen hatten Kontakt zu Selbsthilfegruppen, 128 wünschten zukünftigen Kontakt;

• Vor allem wurden Kontaktformen im Rahmen von Arzt-Patientengesprächen genannt (indirekter Kontakt): 86 Praxen empfahlen ihren Patienten den Besuch einer Gruppe, 73 haben auf SHG-Veranstaltungen hingewiesen;

• 14 Praxen hatten Kontakt zu Schlaganfall-SHG, 103 Praxen möchten künftig mit Schlaganfall-Selbsthilfegruppen zusammen arbeiten;

• 58 Praxen wollen als Experten für Selbsthilfegruppen künftig zur Verfügung stehen (Referent, Fragestunde, telefonische Ansprechpartner...).

Diskussion

Die Ergebnisse der Studie belegen eine Kooperationsbasis zwischen Ärzten/Psychotherapeuten und SHG im Kreis Wesel sowie eine große Bereitschaft zu zukünftiger Kooperationen. Durch die Eingrenzung auf ein Krankheitsbild (Schlaganfall) konnte ein hohes Maß an Kooperationsinteresse bei Ärzten/Psychotherapeuten dokumentiert werden.

Diese Interventionsstudie kann als geeigneter Ansatz einer nachhaltigen Kooperationsförderung und Annäherung zwischen „professionellem Medizinsystem" und „Gesundheitsselbsthilfe" gewertet werden und stellt insofern einen Public-Health-Ansatz dar, der die Patienten- bzw. Selbsthilfeperspektive stark einbezieht.