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61. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ)

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

11.05. - 13.05.2012, Kiel

Anaphylaktischer Schock nach Cefaclor-Einnahme

Meeting Abstract

  • T. Weisner - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
  • A. Sewe - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
  • G. Stichtenoth - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
  • E. Herting - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck
  • M. V. Kopp - Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 61. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ). Kiel, 11.-13.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12ndgkjP27

DOI: 10.3205/12ndgkj27, URN: urn:nbn:de:0183-12ndgkj279

Veröffentlicht: 8. Mai 2012

© 2012 Weisner et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Prävalenz von allergischen Sofortreaktionen auf β-Laktamantibiotika bei Kindern beträgt etwa 1:10.000. Bislang sind dabei schwere anaphylaktische Reaktionen auf Cefaclor nur selten berichtet worden.

Kasuistik: Es handelt sich hierbei um ein 10,5 Jahre altes Mädchen, das in der Vorgeschichte ambulant mit Cefaclor behandelt wurde. Vor der ersten Cefaxlor-Einnahme hatte sie einen Nussriegel gegessen. Nach der Einnahme des Medikamentes kam es zu einer Schwellung im Hals und Luftnot. Unklar war, ob es sich dabei um eine Reaktion auf das Medikament oder auf den Hasselnussschockoriegels handelte. Deshalb erfolgte eine stationäre Medikamentenprovokationstestung. Am ersten Tag wurde in aufsteigender Dosis Amoxicillin bis zu einer Dosierung von 1000 mg gegeben, ohne dass es zu einer klinischen Sofort- oder Spätreaktion kam. Am Folgetag kam es hingegen bereits bei der zweiten Titrationsstufe nach Gabe von 2 mg/kg/KG Cefaclor innerhalb der ersten 2 Minuten zu einer Reaktion mit Flush, generalisiertem Exanthem mit Pruritus, Quinckeödem, Engegefühl in der Brust, Schluckbeschwerden und Zittrigkeit. Es erfolgte die sofortige Gabe von Tavegil, Soludecortin, Sultanolinhalation und Volumengabe. Darunter kam es zu einer Stabilisierung des Allgemeinzustandes. Unter der 24 Stunden Überwachung auf unserer Intensivstation kam es weder zu einer Spätreaktion noch zu kardiorespiratorischen Auffälligkeiten.

Diskussion: Diese Kasuistik beschreibt ein Mädchen mit isolierter allergischer Reaktion auf Cefaclor. In einer italienischen Kohorte mit 1170 untersuchten Kindern, die eine Sofortreaktion auf Penicillin oder Cephalosporine gezeigt hatten, fand man für Cefaclor die höchste Rate an positiven Reaktionen im Haut-Prick-Test und der Medikamentenprovokation (Novembre E, PAI, 2005).

Schlussfolgerung: Bei unklaren Reaktionen oder Verdacht auf eine allergische Reaktion nach Antibiotikagabe empfehlen wir zur Klärung der klinischen Relevanz eine Medikamentenprovokation unter stationären Bedingungen.