gms | German Medical Science

60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ)

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

13.05. - 15.05.2011, Braunschweig

Ambulante Neonatologie: "Missing Link" in der poststationären Versorgung Frühgeborener

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • B. König - familycare, Praxis für Kinder- und Jugendmedizin, Berlin

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Braunschweig, 13.-15.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ndgkjPO-37

DOI: 10.3205/11ndgkj40, URN: urn:nbn:de:0183-11ndgkj403

Veröffentlicht: 2. Mai 2011

© 2011 König.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Die Neonatologie ist genuin und historisch eine aus der klinischen Versorgung von Kindern entwickelte Teildisziplin der Pädiatrie. Sie hat in diesem Umfeld ständig an Bedeutung gewonnen, schon jetzt haben Frühgeborene die mit Abstand längste Liegedauer aller Patientengruppen. Daher ist die Versorgung von Frühgeborenen auch in ökonomischer Hinsicht enorm bedeutsam. Durch die immensen Fortschritte auf wissenschaftlichem und technischem Gebiet ist die Rate der Frühgeborenen,speziell der extrem unreifen Frühgeborenen stetig angestiegen. Damit werden immer mehr Kinder mit spezifisch neonatologischen Gesundheits- und Nachsorgeproblemen nach Hause entlassen.

Auf der anderen Seite geht in der ambulanten Pädiatrie die Entwicklung vom klassischen Hausarztmodell hin zu immer größerer Spezialisierung. Allein in den letzten drei Jahren haben sich zahlreiche Pädiatrie-Fachbereiche mit eigenen Fortbildungskatalogen im ambulanten Sektor etabliert. Als Beispiele seien hier die Gastroenterologie, die Allergologie, die Nephrologie sowie die Neurologie genannt. Neugeborene ebenso wie ehemals Frühgeborene werden jedoch weiterhin in der hausärztlichen Versorgung betreut, obwohl spezifische Probleme und Fragestellungen zunehmend eine schwerpunktgestützte Betreuung erfordern. Die oft Kinderkliniken angegliederten Sozialpädiatrischen Zentren leisten hier Hilfestellung, Akutprobleme können dort allerdings nicht behandelt werden, es bestehen zudem lange Wartelisten. Dass hier eine verbesserte Betreuung greifen muss, haben neben den betroffenen Familien jetzt auch die Kliniken mit neonatologischer Versorgung und die hausärztlich tätigen Neonatologen erkannt. Um diese Schnittstelle zu optimieren, ist die „Arbeitsgemeinschaft Niedergelassene Neonatologen“ gegründet worden. Es müssen Standards mit dem Anspruch erstellt werden, die sichere und fachgerechte Versorgung dieser Kinder im Anschluss an die klinische Entlassung zu gewährleisten. Da diese Praxen als typische mittelständische Unternehmen auf eigenes Risiko arbeiten, ist die Abbildung dieser hochspezialisierten und zeitaufwendigen Leistung im EBM evident.

In diesem Umfeld ist die Ambulante Neonatologie im wahrsten Sinne des Wortes das „Missing Link“ zwischen Klinik und späterer hausärztlicherBetreuung durch den Kinderarzt.