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60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (NDGKJ)

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e. V.

13.05. - 15.05.2011, Braunschweig

Sicherheitsausstellungen zur Prävention von Unfällen im Kindesalter

Meeting Abstract

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  • S. Märzheuser - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie,, Charité Universitätsmedizin Berlin
  • M. Abel - Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder, Bonn
  • K. Rothe - Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie,, Charité Universitätsmedizin Berlin

Norddeutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. 60. Jahrestagung der Norddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Braunschweig, 13.-15.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11ndgkjPO-34

DOI: 10.3205/11ndgkj37, URN: urn:nbn:de:0183-11ndgkj370

Veröffentlicht: 2. Mai 2011

© 2011 Märzheuser et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Jedes Jahr verunglücken in Deutschland rund 1,69 Millionen Kinder, mehr als 492.000 von ihnen im Heim- und Freizeitbereich. Damit gehören Unfälle zu den höchsten Gesundheitsrisiken von Kindern.

Aufgrund epidemiologischer Daten aus dem Unfallmonitoring sind die häufigsten Unfallhergänge und Diagnosen für die jeweilige Altersgruppe bekannt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Unfälle im Kindesalter ein alterstypisches Profil haben.

Kinder, die unter sozial schwierigen Bedingungen aufwachsen, haben ein erhöhtes Unfallrisiko. Deshalb sollte sozial benachteiligten Kindern bei der Unfallprävention besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Methoden: Für die Effektivität von Präventionsmaßnahmen ist es wichtig Zugangswege und Methoden der Informationsvermittlung zu entwickeln, mit denen die betroffenen Familien erreicht, Sicherheitshinweise verstanden und sicherheitsfördernde Verhaltensweisen angenommen werden. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.

Informationen zur Verhütung von Kinderunfällen können mittels unterschiedlicher Ansätze verbreitet werden. Präventionsprogramme können in individuellen Aufklärungsmaßnahmen bestehen, die sich an Eltern, Kinder oder Erzieher richten. Eine weitere mögliche Strategie ist, öffentliche Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten als Zielgruppe anzusprechen. Kampagnen können über die Massenmedien geführt werden, womit oft kurzfristig ein erhöhtes Interesse an sicherheitsrelevanten Themen geweckt werden kann .

Ergebnisse: Nach dem derzeitigen Wissensstand ist eine Addition unterschiedlicher Vorgehensweisen als sinnvoll einzuschätzen. Individuelle Aufklärungsmaßnahmen in Kombination mit dem Angebot, Sicherheitsartikel günstiger zu erwerben, scheinen zu einem erhöhten Interesse am Thema Sicherheit zu führen. Der Wunsch, die eigene Umgebung sicherer zu gestalten, beeinflusst langfristig das Verhalten. Elterninformation über bestimmte Verletzungsarten und deren Folgen führt zu einem besseren Wissensstand, ob letztlich so die Unfallzahlen reduziert werden können, ist bislang nicht erwiesen.

Als Medium der Wissensvermittlung entschieden wir uns, Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu konzipieren, die sowohl Eltern als auch Kindern Wissen zur Unfallverhütung vermitteln sollen.

Ausstellungen überlassen dem einzelnen Besucher die Entscheidung über Tempo, Auswahl und Vermittlungsform der Information selbst. Durch ihre Gestaltung sollen sie auch emotional ansprechen, motivieren, zum Handeln anregen. Als Wanderausstellung können sie Veranstalter an unterschiedlichen Orten unterstützen. Eine Ausstellung kann individuell präsentiert werden und auch mit der Vergabe von Sicherheitsartikeln kombiniert werden.

Schlussfolgerung: Wir wollen Ausstellungen mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen vorstellen, die sicherheitsrelevante Themen illustrieren und die Effektivität dieses Präventionsansatzes diskutieren.