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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

Retrospektive Datenerhebung über den Zeitpunkt des Therapiebeginns bei HIV-positiven Frauen in der deutschen KompNet-Kohorte von 1991–2009

Retrospective data collection on the date of commencement of therapy for HIV positive women in the German Competence Network for HIV/AIDS (KompNet) cohort from 1991–2009

Meeting Abstract

  • S. Hertling - Ambulanzzentrum des UKE GmbH, Bereich Infektiologie, Hamburg, Germany
  • A. Wienbreyer - Gemeinschaftspraxis Dupke, Baumgarten, Carganico, Berlin, Germany
  • A. Zoufaly - Ambulanzzentrum des UKE GmbH, Bereich Infektiologie, Hamburg, Germany
  • I. Krznaric - Gemeinschaftspraxis Dupke, Baumgarten, Carganico, Berlin, Germany

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocP141

DOI: 10.3205/10kit195, URN: urn:nbn:de:0183-10kit1955

Veröffentlicht: 2. Juni 2010

© 2010 Hertling et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Datenbank von zwei deutschen Schwerpunktzentren zeigte, dass der Therapiebeginn in den Jahren 2003–2008 bei einem schlechteren zellulären Immunstatus initiiert wurde im Vergleich zu den Jahren 1995–2008 (SÖDAK, Posternr. P436) Diese Untersuchung überprüft dieses Ergebnis anhand einer größeren deutschlandweiten Kohorte.

Methode: Die KompNet-Kohorte ist eine retro- und prospektive, multicenter, krankheitsspezifische Kohortenstudie, die seit 1991 deutschlandweit Daten erfasst. Ausgewertet wurden die Daten bezüglich der Therapieregime, der immunologischen Ausgangssituation, des Herkunftslandes sowie der Transmissionsweg.

Ergebnisse: Bei 590 Patientinnen konnte die Initialtherapie erfasst werden. Das Durchschnittsalter betrug 43,6 Jahre. 379 Patientinnen stammen aus Europa (West 340, Ost 39) (64,24%) 202 (24 %) stammten aus Hochprävalenzländern ab (43 aus Asien, 14 aus Lateinamerika, 145 aus Subsahara Afrika,) .

Infektionsweg war mit 44% der heterosexuelle Übertragungsweg, bei 38% die Herkunft aus einem Hochprävalenz Land und 10 % der iv-Drogenkonsum und bei 8% war der Infektionsweg unbekannt.

Es ergab sich kein Unterschied bezüglich des Therapieregimes 2NRTI in Kombination mit einem PI oder NNRTI in Abhängigkeit der Höhe der CD4-Zellzahl (<200 oder >200/µl). Auch ergab sich kein signifikanter Unterschied bezüglich der Therapiewahl im Laufe der Jahre. So wurden in der Gruppe von 1995–2003 PI und NNRTI in Kombination mit 2 NRTI s genau so häufig eingesetzt wie in der Gruppe 2003–2008. Im Gegensatz zur vorbeschriebenen Analyse (SÖDAK Poster P436) konnte sich kein Unterschied finden zwischen der CD4-Zellzahl zu Beginn der ART in den Jahren 1991–2000 und 2001–2009.

Fazit: Bezüglich der Therapieregime konnte kein signifikante Tendenz im Laufe der Jahre beobachtet werden. Auch spielte die Herkunft bei late presentern keine Rolle. Der zelluläre Immunstatus zu Therapiebeginn war im Verlauf des Untersuchungszeitraums unverändert. Es sollte eine männliche Vergleichsgruppe herangezogen werden, um genderspezifische Unterschiede darzustellen.