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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

ARTEMIS: Effekt von Darunavir/Ritonavir auf Lipidwerte und Anthropometrie im Vergleich zu Lopinavir/Ritonavir über 96 Wochen

Effects of once-daily darunavir/ritonavir versus lopinavir/ritonavir on lipid parameters and anthropometrics in treatment-naive HIV-1-infected ARTEMIS patients at week 96

Meeting Abstract

  • E. Baraldi - Embassy Drive Medical Centre, Pretoria, South Africa
  • J. Morales-Ramirez - Clinical Research Puerto Rico, Inc., San Juan, Puerto Rico
  • S. Schneider - Living Hope Clinical Foundation, Long Beach, CA, United States
  • A. Stoehr - ifi – Institut für Interdisziplinäre Medizin, Hamburg, Germany
  • A. Orani - General Hospital, Division of Infectious Diseases, Lecco, Italy
  • AbeeleC. Van den - Tibotec BVBA, Mechelen, Belgium
  • L. Lavreys - Tibotec BVBA, Mechelen, Belgium
  • ARTEMIS-Studiengruppe

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocP134

DOI: 10.3205/10kit188, URN: urn:nbn:de:0183-10kit1882

Veröffentlicht: 2. Juni 2010

© 2010 Baraldi et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Im Rahmen der offenen, randomisierten Phase III-Studie ARTEMIS wurde Darunavir/Ritonavir (DRV/r) 800/100mg qd (n=343) mit Lopinavir( LPV/r) 800/200mg pro Tag( [qd or bid]; n=346) jeweils in Kombination mit Tenofovir/Emtricitabin bei nicht vorbehandelten HIV-1-infizierten Patienten verglichen. DRV/r zeigte bis Woche 48 ein günstiges Lipidprofil, die 96 Wochen-Analyse wird vorgestellt.

Methoden: Daten zur Verträglichkeit, basierend auf unerwünschten Ereignissen und Veränderungen der Laborwerte sowie anthropometrische Daten wurden über die gesamte Studiendauer erhoben. Die Ergebnisse für die Blutfette wurden gemäß der US-amerikanischen NCEP(National Cholesterol Education Program) -Grenzwerte vom Beginn der Studie bis zum letzten verfügbaren Wert analysiert. Die Gabe von Lipidsenkern (mit Ausnahme von Pravastatin, Lovastatin und Simvastatin) war während der Studie erlaubt.

Ergebnisse: Die mittlere Behandlungsdauer lag bei 95,0 (DRV/r) oder 91,4 (LPV/r) Wochen. Der Lipidsenker-Einsatz war in beiden Armen vergleichbar (DRV/r: 8,2% [Statine: 7%; Fibrate: 1,5%]; LPV/r: 11,3% [Statine: 5,5%; Fibrate: 3,8%]). Bis Woche 96 kam es unabhängig davon bei signifikant weniger DRV/r-Patienten zu Grad 2-4 Erhöhungen der Triglyceride und des Gesamtcholesterins. Das mittlere Körpergewicht stieg im DRV/r-Arm signifikant ausgeprägter als im LPV/r-Arm (2,5kg [Interquartilbereich: –0,2 bis 6,1kg] versus 1,3kg [–1,0 bis 5,0kg]; p=0,006). Das gleiche gilt für den medianen Body Mass Index (BMI (DRV/r: 0,9kg/m2 [–0,1 bis 2,2kg/m2] versus LPR/r: 0,4kg/m2 [–0,4 bis 1,6kg/m2]; p<0,006). Die Unterschiede werden als klinisch nicht relevant angesehen. Lipodystrophie-assoziierte unerwünschte Ereignisse wurden bei 1,7% der DRV/r- und bei 2,9% der LPV/r-Patienten berichtet.

(Tabelle 1 [Tab. 1])

Schlussfolgerungen: DRV/r 800/100mg einmal täglich war seltener als LPV/r 800/200 mg pro Tag mit Anstiegen der Triglyceride und des Gesamtcholesterins assoziiert. Bei den DRV/r-Patienten stiegen Körpergewicht und BMI signifikant ausgeprägter als unter LPV/r. Das günstigere Lipidprofil, das DRV/r bereits über 48 Wochen gezeigt hatte, blieb bis Woche 96 bestehen.