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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

Optimierter Borrelienscreeningtest mittels Luminex-Technologie

Optimized borrelia screening test using Luminex technology

Meeting Abstract

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  • S. Brandt - Medizinisches Labor Bremen, Germany
  • A. Gerritzen - Medizinisches Labor Bremen, Germany

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocP17

DOI: 10.3205/10kit073, URN: urn:nbn:de:0183-10kit0730

Veröffentlicht: 2. Juni 2010

© 2010 Brandt et al.
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Gliederung

Text

Borrelienserologie erfolgt zumeist in zwei Stufen (EIA und Immunoblot, IgG und IgM). Im Medizinischen Labor Bremen tritt eine äquivalente, durchflußzytometrische Multiplexbestimmung mittels Luminex-Technologie (Multimetrix, Progen) an die Stelle des klassischen Immunoblots. Dieses Verfahren ermöglicht einen automatisierten, quantifizierbaren, sensitiven und antigenspezifischen Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern gegen eine Vielzahl einzelner Borrelien-Antigene in einem Ansatz. Die hohe dynamische Bandbreite des Messsignals erlaubt den Einsatz auch für die Liquordiagnostik in einer einzigen Standardverdünnung und vermeidet die sonst allfälligen Mehrfachansätze.

Mittlerweile steht auch ein Luminex-basierter Screeningtest der Firma Progen zur Verfügung. In der vorliegenden Arbeit wurden die Auswertekriterien des Suchtests im Vergleich mit der Bestätigungsdiagnostik bewertet und optimiert. Zu diesem Zweck wurden 115 vorausgewählte, zumeist nur schwach reaktive Patientenseren parallel mit dem neuen Luminex-basierten Antikörpersuchtest und dem etablierten Bestätigungstest untersucht. Die Analyse ergab eine gute Übereinstimmung bzgl. Borrelien-IgG-Antikörpern. Alle eindeutig negativen und positiven Proben stimmten in beiden Tests überein. Auch 29 der 37 im Suchtest nur schwach IgG-positiven Proben konnten nach den Herstellerkriterien bestätigt werden. Drei in der Bestätigung positive Proben wurden im Suchtest nicht detektiert.

Für die IgM-Antikörper stimmten ebenfalls alle eindeutig positiven und negativen Proben überein. Für schwach und grenzwertig reaktive Proben wurde eine verbesserte Übereinstimmung zwischen Such- und Bestätigungstest durch eine Optimierung der Auswertekriterien des Herstellers erreicht. Unter Berücksichtigung aller drei antigenbezogenen Reaktionsindizes im Suchtest und der zusätzlichen Definition eines Grenzbereichs konnte der Anteil vorausgewählter, grenzwertig und schwach reaktiver, mit dem Suchtest nicht detektierter Proben von 76% auf 31% (=19 Proben) gesenkt werden. 16 dieser 19 Proben waren jedoch auch im Bestätigungstest nur grenzwertig oder reagierten nur mit dem weniger spezifischen p41i-Antigen (internes Flagellinfragment). Umgekehrt blieb die Rate an bestätigten, schwach positiven Ergebnissen des Suchtests mit der modifizierten Auswertung mit 90% im Vergleich zur Herstellervorgabe (94%) nahezu konstant. Somit können die Vorteile der Luminex-Technologie künftig auch schon beim Einsatz als Borrelien-Screeningtest genutzt werden.