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10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010)

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie,
Deutsche AIDS-Gesellschaft,
Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit,
Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie

23.06. - 26.06.2010, Köln

Influenza Pandemie 2009: Ist konsequentes Containment möglich?

Pandemic influenza 2009: are strict containment measures feasible?

Meeting Abstract

  • K. Göbels - Gesundheitsamt Düsseldorf, Germany
  • C. Schmidt - Gesundheitsamt Düsseldorf, Germany
  • R. Lerchner - Gesundheitsamt Düsseldorf, Germany
  • T. Bündgen - Gesundheitsamt Düsseldorf, Germany
  • H. Schneitler - Gesundheitsamt Düsseldorf, Germany

10. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2010). Köln, 23.-26.06.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocINF 20-2

DOI: 10.3205/10kit040, URN: urn:nbn:de:0183-10kit0401

Veröffentlicht: 2. Juni 2010

© 2010 Göbels et al.
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Gliederung

Text

Die Influenzapandemie 2009 hat den öffentlichen Gesundheitsdienst nicht unvorbereitet getroffen. Pandemiepläne wurden lange vor der sogenannten Schweinegrippepandemie erstellt. Die praktische Umsetzung der vom Robert Koch Institut vorgegebenen Maßnahmen und der in den Pandemieplänen festgelegten Verfahren war je nach Kommune unterschiedlich. In Düsseldorf wurde in der Frühphase der Pandemie auf eine konsequente Strategie der Eindämmung (Containment) gesetzt. Die Strategie erfolgte gemäß den WHO Empfehlungen in der Frühphase einer Pandemie. Hierzu zählen vordringlich eine genaue Information der Bevölkerung sowie Quarantäne Maßnahmen.

Zielsetzung: Die Zielsetzung der Maßnahmen bestand primär darin einen möglichst optimalen Gesundheitsschutz sicherzustellen. Insbesondere im Zeitraum von Ende April bis Mitte August 2009 wurde das Ziel verfolgt, durch eine möglichst frühzeitige Erkennung bestehender Infektionen und eine frühe Isolation von infizierten Personen und deren Kontaktpersonen die Infektionskette zu unterbrechen, um so die Zahl der neuinfizierten Personen in Düsseldorf zu minimieren.

Maßnahmen: Im Rahmen eines konsequenten Containments am Flughafen Düsseldorf wurden ab dem 29.04.2009 bis zum 09.07.2009 auf Weisung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales alle aus Nord- und Mittelamerika einreisenden Flugpassagiere auf eine Infektion mit dem A/H1N1-Virus kontrolliert. Die Durchführung dieser Kontrollen erfolgte auf der Grundlage von Aussteigerkarten und persönlicher Inaugenscheinnahme. Im Falle einer Körpertemperatur ≥38°C bzw. grippalen Symptomen wurde zunächst ein Influenza-Schnelltest und Untersuchungsmaterial für die Durchführung einer Influenza A/H1N1-spezifischen PCR gewonnen.

Fazit: Die von der WHO empfohlenen Maßnahmen des Containments in der Frühphase einer Pandemie stellen den öffentlichen Gesundheitsdienst vor eine große Herausforderung. Insbesondere bei den besonders personalintensiven Maßnahmen, wie der Durchführung der Passagierkontrollen am Flughafen war dies nur möglich durch die Hinzuziehung von Honorarkräften. Gleichwohl hat das Düsseldorfer Beispiel gezeigt, dass mit den hier durchgeführten Maßnahmen ein Rückgang der Infektionszahlen über einen gewissen Zeitraum erreicht werden konnte [Tabelle 1]. Sollte es im Verlauf zu einer Pandemie mit einem aggressiveren Virus kommen, könnte diese Zeitspanne entscheidend sein, um weitere Kapazitäten im Bereich der Gesundheitsversorgung zu schaffen.