gms | German Medical Science

2. Kooperationsforum Intelligente Objekte und Mobile Informationssysteme im Gesundheitswesen

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

03.05. - 04.05.2011, Erlangen

Der Faktor Mensch bei der Integration technologiegestützter Prozessoptimierung

Meeting Contribution

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  • corresponding author Tuan Huy Ma - Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS, Nürnberg
  • Fritz Meier - Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Fürth

2. Kooperationsforum Intelligente Objekte und Mobile Informationssysteme im Gesundheitswesen. Erlangen, 03.-04.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc11iis07

DOI: 10.3205/11iis07, URN: urn:nbn:de:0183-11iis070

Veröffentlicht: 3. Mai 2012

© 2012 Ma et al.
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Gliederung

Text

In Krankenhäusern durchlaufen Patienten eine Reihe von Diagnostik- und Behandlungsschritten. Die Abfolge bestimmt der Arzt auf Basis der Art und Schwere der Erkrankung. Im Idealfall sind die Schritte so abgestimmt, dass ein zügiger Ablauf unter Beachtung der medizinischen Notwendigkeit und der gebotenen Qualität stattfindet. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Situationen wie Notfälle, Ausfall von Personal oder kurzfristige Terminabsagen ambulanter Patienten führen zu Störungen dieser Prozessketten. Es ist zwar bekannt, dass solche Ereignisse stattfinden, jedoch nicht, wann und in welcher Intensität. Die fehlende Planbarkeit hat Konsequenzen auf verschiedene Akteure im Krankenhaus. Patienten müssen längere Wartezeiten und ggf. eine längere Aufenthaltsdauer in Kauf nehmen, was zu Unzufriedenheit führt. Aus ökonomischer Sicht führen Leistungsspitzen, Leerlaufzeiten und längere Verweildauern zu zusätzlichen Kosten. Das Krankenhauspersonal muss Termine neu vergeben, was zu einem erhöhten Koordinationsaufwand führt. Zudem herrscht Intransparenz über den aktuellen Status des Patienten: erscheint er nicht, weil er sich noch in einer anderen Untersuchung befindet? Oder ist der Patient noch auf Station und wartet auf den Transport zur Leistungsstelle? Wird er in wenigen Minuten erscheinen oder erst in einer Stunde?

Das Forschungsprojekt „Olog-PAT“ (Optimierte Logistik für Patienten im Gesundheitswesen) verfolgt das Ziel, Transparenz über den Ist-Zustand zu schaffen. Informationen über aktuelle Prozessstatus der Patienten und über aktuelle Belastungszustände der Leistungsstellen sollen mit Hilfe eines drahtlosen Sensornetzwerks ermittelt werden. Patienten werden mit einem mobilen Sensorknoten ausgestattet, mit dem sie über fest installierte Ankerknoten lokalisiert werden können. Diese Echtzeit-Lokalisierungsdaten werden mit den Plandaten in den vorhandenen Informationssystemen verknüpft. Der Abgleich von Ist- und Soll-Zustand ermöglicht die Identifizierung von Schwachstellen. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse können Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt werden, um z.B. Wartezeiten zu verringern. Solch ein System wird derzeit in einem Bamberger Großklinikum getestet. In einem vierwöchigen Testlauf wurde erprobt, wie sich die mit dem System verbundenen Abläufe in die vorhandene Organisation integrieren lassen und wie groß die Akzeptanz der Patienten ist, mobile Sensorknoten zu tragen. Die bisherigen Erkenntnisse zeigen, dass die Organisationskultur ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. Auf Patientenseite zeigte sich, dass die Akzeptanz für das System vorhanden ist, aber noch weiter gesteigert werden kann. Dafür müssen jedoch Wege gefunden werden, wie Ängste hinsichtlich einer totalen Überwachung minimiert werden können. Insgesamt spielen diese „weichen“ Faktoren eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Umsetzung dieses und ähnlich gelagerter Projekte.