gms | German Medical Science

2. Kooperationsforum Intelligente Objekte und Mobile Informationssysteme im Gesundheitswesen

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS

03.05. - 04.05.2011, Erlangen

Gerätemanagement im Projekt OPAL Health

Meeting Contribution

Suche in Medline nach

  • Ulli Münch - Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Zentrum für Intelligente Objekte ZIO, Fürth, Deutschland
  • Martin Sedlmayr - Friedrich Alexander Universität Erlangen, Lehrstuhl für Medizinische Informaik, Erlangen, Deutschland

2. Kooperationsforum Intelligente Objekte und Mobile Informationssysteme im Gesundheitswesen. Erlangen, 03.-04.05.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc11iis02

DOI: 10.3205/11iis02, URN: urn:nbn:de:0183-11iis020

Veröffentlicht: 3. Mai 2012

© 2012 Münch et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Im Klinikumfeld wird der Fokus vermehrt auf eine prozessorientiertere Vorgehensweise gelegt. Hervorgerufen wird dies durch den steigenden Kostendruck verbunden mit den Patientenpauschalen, zunehmendem Wettbewerb durch privatwirtschaftlich geführte Krankenhäuser und Anforderungen die Patienten an eine erhöhte Servicequalität stellen [1]. Hierbei werden verschiedene Konzepte, beispielsweise die Optimierung des Patientenflusses sowie die optimierte Nutzung von Ressourcen und Inventar, verfolgt. Eine zentrale Anforderung um diese Ansätze zu realisieren, ist die Schaffung von mehr Transparenz über die physischen Flüsse der jeweiligen Objekte hinweg. In dem Forschungsprojekt OPAL-Health wurde durch den Einsatz von Smart-Object Netzen die Erhöhung der Transparenz im Bereich der Bluttransfusion und des Gerätemanagement verfolgt.

Ein Smart-Object [2] baut sich aus mehreren programmierbaren und mit Sensoren ausgestatteten autonomen Rechnern auf, welche an den realen Objekten angebracht werden. Ein einzelnes Smart-Object ist mit einem Mikroprozessor, einem internen Speicher, einer Funkschnittstelle und einer eigenen Stromversorgung ausgestattet. Zusätzlich verfügt es über Sensoren, mit denen beispielsweise Temperatur, Geschwindigkeit oder Lautstärke gemessen werden können. Durch eine entsprechende Infrastruktur, den sogenannten Ankern [3], ist zusätzlich eine Lokalisierung der jeweiligen mobilen Smart-Objects möglich. Aufgrund der verbauten Funkschnittstelle auf den Smart-Objects, können diese die erhobenen Informationen kabellos übermitteln. Das eingesetzte Kommunikationsprotokoll s-net® ermöglicht neben einer Multi-Hop Kommunikation auch eine selbstorganisierende Vernetzung der einzelnen Knoten [4].

Um die erhobenen Informationen des Smart-Object Netzes für den Anwendungsfall verwenden zu können, müssen diese dem Krankenhausinformationssystem zur Verfügung gestellt werden. Eine Integrationsplattform dient hierbei als Mediator zwischen dem Smart-Object Netz und der Datenbank bzw. weiteren Anwendungssystem, wie SAP IS/H, und ermöglicht den bidirektionalen Austausch von Informationen. Zum einen übermittelt sie die von den Smart-Objects generierten Informationen, wie z.B. Temperatur und Position, an die Datenbank. Während dieser Weiterleitung der Informationen findet eine Interpretation, Filterung, Anreicherung und Transformation statt. Um die flexible Anbindung an verschiedene Unternehmensanwendungen zu ermöglichen, werden aus den Informationen sogenannte Business-Events erzeugt und weitergeleitet. Zum anderen stellt die Integrationsplattform Funktionen bereit um mit einzelnen Smart-Objects direkt zu interagieren. Abbildung 1 [Abb. 1] zeigt die informationstechnische Architektur des OPAL-Health Systems.

Durch den Einsatz von Smart-Object Netzen wird eine Informationsbasis geschaffen, welche das Gerätemanagement im Krankenhaus und somit auch die Prozesse rund um das Gerätemanagement effizienter gestalten kann. Im nächsten Schritt können mit dieser verbesserten Datenbasis, Produktivitätskennzahlenvergleiche auf einer strategischen Ebene durchgeführt werden und damit die Grundlage für Verbesserungsmaßnahmen im betriebswirtschaftlichen Bereich geschaffen werden.

Die Nutzenpotenziale eines Smart-Object System in Krankenhäusern sind vielfältig. Neben den Verbesserungen im Bereich des Gerätemanagement und der Bluttransfusion, können Smart-Object Netze ebenfalls für die Verbesserung der Servicequalität im Krankenhaus verwendet werden [5]. Jedoch müssen neben den technologischen und prozesstechnischen Anforderungen auch organisatorische Faktoren, welche sich in jedem Krankenhaus unterschiedlich entwickelt haben, in die Spezifikation eines Smart-Object System mit einfließen. Das Ziel ist es die Ausgestaltung eines Informationssystem auf Basis eines sogenannten „logistischen Krankenhauses“ zu entwickeln [6].


Literatur

1.
Kriegel J, Jehle F, Seitz M. Der Schnelle Patient – Innovationen für die Patientenlogistik in Krankenhäusern. Stuttgart: Fraunhofer Verlag; 2009.
2.
Pflaum A, Meier F, Muench U, Fluegel C, Gehrmann V, Hupp J, Sedlmayr M. Deployment of a wireless sensor network to support and optimize logistical processes in a clinical environment. 7th European Conference on Wireless Sensor Networks; 2010 May 16.
3.
Sedlmayr M, Becker A, Muench U, Meier F, Prokosch HU, Ganslandt T. Towards a smart object network for clinical services. AMIA Annu Symp Proc; 2009 Jan 1.
4.
Fraunhofer Institut für Integrierte Schaltungen. Slotted Mac Protocol Stack. 2011. Available from: http://www.iis.fraunhofer.de/bf/ec/dk/sn/tl/ Externer Link
5.
Seitz M, Meier F, Muench U, Huy-Ma T, Niemann C, Kriegel J, Pflaum A. Das drahtlose Sensornetzwerk als Schattenbild der Patientenlogistik. 55. Jahrestagung GMDS; 2010 Sep 9.
6.
Sedlmayr M, Prokosch HU, Münch U. Towards smart environments using smart objects. Stud Health Technol Inform. 2011;169:315-9. DOI: 10.3233/978-1-60750-806-9-315 Externer Link