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Familienmedizin in der hausärztlichen Versorgung der Zukunft. Wissenschaftlicher Kongress zur Positionsbestimmung der Familienmedizin in Deutschland.

Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin der Universität Witten/Herdecke

11.11.2011, Witten

Der Angehörige beim Hausbesuch: Immer hilfreich?

Meeting Abstract

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  • Elisabeth Gummersbach - Abteilung für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Düsseldorf

Familienmedizin in der hausärztlichen Versorgung der Zukunft. Wissenschaftlicher Kongress zur Positionsbestimmung der Familienmedizin in Deutschland. Witten, 11.-11.11.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11iaf05

DOI: 10.3205/11iaf05, URN: urn:nbn:de:0183-11iaf059

Veröffentlicht: 8. November 2011

© 2011 Gummersbach.
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Gliederung

Text

Pflegende Angehörige sind wichtige Kommunikationspartner und eine unersetzbare Informationsquelle für den Hausarzt beim Hausbesuch. Durch ihre ständige oder sehr häufige Präsenz vor Ort kennen sie den Alltag des Patienten, seine Probleme und Wünsche, und können über besondere Ereignisse und Vorkommnisse der vergangenen Tage und Wochen Auskunft geben. Daher ist ihre Anwesenheit beim Hausbesuch eine große Hilfe.

Andererseits sind sie durch die Pflege und das Kümmern um den Patienten persönlich betroffen, oft belastet, manchmal überfordert. Gerade bei Patienten im Altenheim kommt es vor, dass sie an Schuldgefühlen leiden.

In das Gespräch über den Patienten mit dem Hausarzt beim Hausbesuch fließt dies mit ein. Im Extremfall macht die Angehörige sich zum Sprachrohr des Patienten und antwortet an seiner Statt. Für den Hausarzt dagegen ist es oft einfacher, mit der Angehörigen zu kommunizieren als mit dem Patienten. Das kann dazu führen, dass er dem Angehörigen mehr Aufmerksamkeit schenkt als dem Patienten.

Der Hausarzt steht in dem Dilemma, dem Angehörigen seine Wertschätzung zu zeigen und ihn als Kontaktperson einzubinden, anderseits klar zu machen, dass er den unmittelbaren Austausch mit dem Patienten wünscht – dieser könnte immerhin etwas ganz anderes wollen. Erhöhtes kommunikatives Geschick ist erforderlich, um den Patienten nicht nur thematisch in den Mittelpunkt zu stellen.


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