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9. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA@DIMDI

17. - 18.10.2008, Köln

Prävention und Gesundheitsbildung

Meeting Abstract

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  • Elisabeth Pott - Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Köln

9. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 17.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hta12

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hta2008/08hta12.shtml

Veröffentlicht: 14. Oktober 2008

© 2008 Pott.
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Gliederung

Abstract

Der Anspruch, evidenzbasiert, d.h. auf der Basis des besten verfügbaren Wissens zu arbeiten, wird heute nicht nur an medizinische Interventionen gestellt, sondern auch an die Praxis der Prävention und Gesundheitsförderung. Die aktuellen HTA-Berichte „Prävention von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen“ und „Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von verhaltensbezogenen Maßnahmen zur Prävention des Zigarettenrauchens“ weisen deutlich auf noch vorhandene Lücken im „Präventionswissen“ hin.

Um bevölkerungsweit Änderungen des Gesundheitsverhaltens zu erzielen, reichen Maßnahmen, die i. S. einer ‚reinen’ Verhaltensprävention lediglich auf das Individuum fokussieren und den Kontext vernachlässigen (z.B. Informations- und Edukationsmaßnahmen) nicht aus. Als eben so wenig zielführend ist ‚reine‘ Verhältnisprävention ohne die Berücksichtigung individueller Motivationslagen anzusehen. Effektiver sind die vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR, 2005) empfohlenen sog. ‚Mehr-Ebenen‘-Präventionskampagnen mit Kontextbezug, die sowohl die Ebene des Individuums (Mikroebene) einbeziehen, als auch die Ebene der Lebenswelten (Mesoebene; z.B. rauchfreie-Schulen) und die Bevölkerungsebene (Makroebene; z.B. Schaffung gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen durch gesetzliche Regelungen). Erfolgreiche Kampagnen müssen auch Unterschiede in der sozialen Lage berücksichtigen, um so zur Verminderung sozial bedingter ungleicher Gesundheitschancen beizutragen.

Am Beispiel der Jugendkampagne „rauchfrei“ soll erläutert werden, wie diese Anforderungen an eine moderne, wissenschaftlich begründete Kampagne - orientiert am Public Health Action Cyle - in der Praxis geplant und umgesetzt werden können.

Darüber hinaus soll die zunehmende Bedeutung des Internets für die Beschaffung von Gesundheitsinformationen und die Nutzung im Rahmen der Gesundheitsbildung und Gesundheitsaufklärung beleuchtet werden. Die Ausrichtung am Konzept der Gesundheitskompetenz (‚Health Literacy’) i. S. einer „wissensbasierten Kompetenz für eine gesundheitsförderliche Lebensführung“ beinhaltet drei Zielbereiche, an denen die Effektivität von Maßnahmen der Gesundheitsbildung und Gesundheitsaufklärung gemessen werden kann: Die Förderung 1) des Zugangs zu, 2) des Verstehens von, sowie 3) eines konstruktiv-kritischen Umgangs mit gesundheitsrelevanten Informationen. Für die genannten Zielbereiche bietet das Internet einerseits günstige Voraussetzungen, weil es Informationen für breite Bevölkerungsschichten problemlos zugänglich macht und die verständliche Aufbereitung komplexer Informationen leistet sowie Querverweise (Links) ermöglicht. Zugleich birgt es aber auch Risiken, u.a. durch die Vielfalt auch widersprüchlicher gesundheitsbezogener Informationen und die teilweise Nicht-Überprüfbarkeit der Seriosität der Informationen.

Internetportale wie z.B. http://www.rauchfrei.de/ zur Prävention des Rauchen, http://www.bzga-ebs.de/ für die Online-Angebote der BZgA rund um Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung sowie http://www.frauengesundheitsportal.de/ bieten qualitätsgesicherte, verständlich aufbereitete unabhängige und neutrale Informationen und somit eine Orientierung im „Niemandsland Internet“.