gms | German Medical Science

9. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA@DIMDI

17. - 18.10.2008, Köln

HTA-Bericht: Verbesserung der Compliance bzw. Adherence in der Arzneimitteltherapie

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • Anja Hagen - Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

9. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 17.-18.10.2008. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc08hta05

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hta2008/08hta05.shtml

Veröffentlicht: 14. Oktober 2008

© 2008 Hagen.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Abstract

Einleitung

Mangelnde Compliance bzw. Adherence in der Arzneimitteltherapie kann erhöhte Morbidität, Mortalität und gewaltige Kosten im Gesundheitssystem verursachen. Es stellt sich die Frage nach Vorhandensein und Wirksamkeit von Maßnahmen zur Beeinflussung der Compliance bzw. Adherence bei der medikamentösen Therapie im Hinblick auf den Therapieerfolg.

Methodik

Eine systematische Literaturrecherche wurde im Januar 2007 in den wichtigsten medizinischen elektronischen Datenbanken ab 2002 durchgeführt. Die Auswertung basiert auf systematischen Übersichten auf der Grundlage von insgesamt 57 randomisierten kontrollierten Studien über verschiedene Interventionen zur Beeinflussung der Compliance bzw. Adherence bei der medikamentösen Therapie mit Hinblick auf den Therapieerfolg.

Ergebnisse

Bei 22 untersuchten Maßnahmen wird über einen signifikanten positiven Effekt auf den Therapieerfolg berichtet. Bei mehreren Interventionen sind diese Ergebnisse aus methodischer Sicht als verlässlich einzustufen: Beratung mit Aushändigung eines Tagebuchs zur Compliance mit anschließendem Telefonanruf bei Helicobacter pylori positiven Patienten, wiederholte Beratungen von Patienten mit akuter Asthmasymptomatik, Telefonanrufe zur Erfassung der Compliance und Abgabe daran orientierter Empfehlungen bei der Therapie kardiovaskulärer Erkrankungen. Dies galt ebenfalls für Anrufe von einem automatischen telefonischen System sowie telefonische Beratung von Diabetikern bei Problemfällen, verschiedene Maßnahmen der Familientherapie einschließlich Beratung und Schulung der Familienangehörigen sowie „kulturell modifizierte Familientherapie“ bei Patienten mit Schizophrenie, ebenso für wiederholte „Compliance Therapie“-Sitzungen bei Patienten mit akuter Psychose.

Bei anderen Interventionen sind die Ergebnisse wegen schlechterer methodischer Qualität der zugrunde liegenden Studien mit etwas größeren Bedenken zu betrachten. Die Stärke des Effekts der Maßnahmen ist aus den vorliegenden Informationsquellen nicht abzuschätzen.

Schlussfolgerungen

In der Arzneimitteltherapie können einzelne Compliance bzw. Adherence fördernde Maßnahmen mit positivem Effekt auf den Therapieerfolg angewendet werden.