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8. Symposium Health Technology Assessment

Deutsche Agentur für HTA des DIMDI – DAHTA@DIMDI

18. - 19.10.2007, Köln

Ergebnisse des HTA Berichts "Bestimmung der Albuminausscheidung im Urin bei Diabetikern zur Vorsorge und Kontrolle der diabetischen Nephropathie"

Meeting Abstract

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Deutsche Agentur für Health Technology Assessment des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information. 8. Symposium Health Technology Assessment. Köln, 18.-19.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07hta16

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hta2007/07hta16.shtml

Veröffentlicht: 12. Oktober 2007

© 2007 Schroeder.
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Gliederung

Abstract

Einleitung: In den letzten Jahren hat die diabetische Nephropathie an großer Bedeutung gewonnen, da sie mittlerweile die Hauptursache für die terminale Niereninsuffizienz und damit zu einer großen Kostenbelastung des Gesundheitswesens geworden ist.

Die Mikroalbuminurie ist der erste klinische Marker einer diabetischen Nephropathie und damit bei der Diagnostik einer diabetischen Nephropathie von besonderer Bedeutung.

Fragestellung: Welchen Stellenwert hat die Bestimmung der Albuminausscheidung im Urin bezüglich Vorsorge und Verlaufskontrolle der diabetischen Nephropathie bei Typ 1- und Typ 2-Diabetikern?

Wann sollte zur Vorsorge und Verlaufskontrolle der diabetischen Nephropathie bei Typ 1- und Typ 2-Diabetikern eine Bestimmung der Albuminausscheidung im Urin erfolgen?

Welches Verfahren weist ökonomisch und medizinisch die beste Wirksamkeit auf?

Methodik: Die bei der breit angelegten systematischen Literaturrecherche in den wichtigsten Datenbanken (1998 bis 2004) ermittelten Publikationen bildeten neben den Ergebnissen einer Internetrecherche die Informationsgrundlage.

Ergebnisse: Unter den bearbeiteten 2792 Publikationen befinden sich 5 Metaanalysen und Reviews, ein Leitlinien-Clearingbericht (bezüglich 18 internationalen Leitlinien) und 4 Leitlinien, die den Einschlusskriterien zum Diabetes mellitus Typ 1 entsprechen. Zum Thema Typ 2-Diabetes und Screening auf Mikroalbuminurie wurden 1 HTA-Bericht, 7 Metaanalysen, ein Leitlinien-Clearingbericht (bezüglich 17 internationalen Leitlinien) und 7 Leitlinien ermittelt, die die Einschlusskriterien erfüllen.

Derzeit hat die Bestimmung der Albuminausscheidung im Urin noch einen hohen Stellenwert, da sie in den meisten publizierten Arbeiten und Leitlinien empfohlen wird.

Der Zeitpunkt der Albuminbestimmung ist abhängig von Alter und Diabetestyp der Patienten. Während bei Typ 2-Diabetikern direkt nach Diagnosestellung mit dem Screening begonnen werden sollte, wird das Screening bei Typ 1-Diabetikern erst 5 Jahre danach empfohlen.

Die meisten Leitlinien empfehlen ein jährliches Screening.

Diskussion und Schlussfolgerung: Bezüglich der Screeninguntersuchungen besteht in der Literatur eine weitgehend übereinstimmende Meinung, dass ein Screening notwendig und gerechtfertigt sei.

Diese Meinung basiert jedoch nur auf Studien mit einem sehr niedrigen Evidenzgrad, was zu einer kritischen Betrachtung dieser Meinung führen sollte.

Insbesondere die Spezifität des Screenings bei Typ 2-Diabetikern ist sehr gering. Das falsch positive Ergebnis des Screenings könnte bei einigen Patienten zu einer psychischen Belastung führen.

Zurzeit sind die therapeutischen Konsequenzen des Nachweises einer Mikroalbuminurie nur sehr gering, da die einzigen durch hohe Evidenzgrade belegten Therapiemöglichkeiten (optimale Therapie des Blutdrucks und strenge Einstellung der Blutzuckerwerte) bei allen Diabetikern angestrebt werden sollten.

Aus diesem Grund kann die Bestimmung der Albuminausscheidung im Urin bei Diabetikern zur Vorsorge und Kontrolle der diabetischen Nephropathie bis zum Nachweis des Nutzens durch methodisch gute, kontrollierte, klinische Studien nicht empfohlen werden.

Bei derzeit fehlendem Nachweis des Nutzens ist die Durchführung dieses Screenings nicht ökonomisch.