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29. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga

Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL ® - Deutsche Hypertonie Gesellschaft Deutsches Kompetenzzentrum Bluthochdruck

23. bis 25.11.2005, Berlin

Sibutramin reduziert die Sympathikusaktivität bei adipösen Patienten

Sibutramine reduces sympathetic activity in obese patients

Meeting Abstract

  • K. Heusser - HELIOS Klinikum Berlin, Franz-Volhard-Klinik (Berlin, D)
  • J. Tank - HELIOS Klinikum Berlin, Franz-Volhard-Klinik (Berlin, D)
  • S. Engeli - HELIOS Klinikum Berlin, Franz-Volhard-Klinik (Berlin, D)
  • F.C. Luft - HELIOS Klinikum Berlin, Franz-Volhard-Klinik (Berlin, D)
  • J. Jordan - HELIOS Klinikum Berlin, Franz-Volhard-Klinik (Berlin, D)
  • A. Diedrich - Vanderbuilt University, Nashville, Autonomic Dysfunction Service, (Nashville, TN USA)

Hypertonie 2005. 29. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga. Berlin, 23.-25.11.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc05hochP128

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hoch2005/05hoch128.shtml

Veröffentlicht: 8. August 2006

© 2006 Heusser et al.
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Gliederung

Text

Zielsetzung: Sibutramin hemmt die Serotonin- und Noradrenalin-Wiederaufnahme im Gehirn und in peripheren Geweben. Eine frühere Studie an Normalgewichtigen lässt vermuten, dass Sibutramin eine zentrale sympatholytische Wirkung aufweisen könnte.

Patienten und Methoden: Es wurden 22 übergewichtige, nichtdiabetische Patienten (7 Männer, 13 Frauen, 2 drop-outs, 40±8 Jahre, BMI 30-40 kg/m², Blutdruck <160/100 mmHg) in die Studie eingeschlossen. Sie erhielten täglich 15 mg Sibutramin bzw. Placebo für 5 Tage in einem randomisierten, doppelblinden, cross-over Design. Die Auswaschphase zwischen den Medikationen betrug mindestens 3 Wochen. Am letzten Tag der Einnahme wurden Blutdruck, Herzfrequenz und die Sympathikusaktivität zum Muskel (MSNA) mittels Mikroneurografie gemessen.

Ergebnisse: Der Blutdruck war unter beiden Behandlungen gleich (120±13/69±8 mmHg unter Sibutramin versus 118±13/70±9 mmHg unter Placebo). Die Herzfrequenz war unter Sibutramin leicht erhöht (66±9 versus 62±7 Schläge/min, p<0.01). Sibutramin reduzierte die MSNA (12±10 versus 28±14 Impulssalven/min, p<0.001). Dabei zeigten Patienten mit einer höheren MSNA unter Placebo eine stärkere MSNA-Reduktion durch Sibutramin (p<0.001). Die Noradrenalin-Plasmaspiegel unterschieden sich nicht (188±60 versus 208±78 pg/ml). Der Anstieg von Blutdruck und MSNA durch den Eiswassertest wurde durch Sibutramin gedämpft.

Zusammenfassung: Sibutramin reduziert die zentral generierte sympathische vasokonstriktorische Aktivität bei adipösen Patienten. Diese Reduktion betrifft sowohl die sympathische Aktivität unter Ruhebedingungen als auch während Sympathikus-Stimulation. Unsere Daten legen nahe, dass die kardiovaskulären Wirkungen von Sibutramin auf einer Balance von peripherer Sympathomimese und zentraler Sympatholyse beruhen