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29. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga

Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL ® - Deutsche Hypertonie Gesellschaft Deutsches Kompetenzzentrum Bluthochdruck

23. bis 25.11.2005, Berlin

Untersuchungen zur antihypertensiven Pharmakotherapie und Nierenfunktion bei geriatrischen Notfallpatienten mit bekannter Hypertonie

Meeting Abstract

  • G. Schedensack - Pius-Hospital Oldenburg (Oldenburg, D)
  • J. Breckwoldt - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin (Berlin, D)
  • J.A. Bolbrinker - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin (Berlin, D)
  • R. Kreutz - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin (Berlin, D)
  • H.R. Arntz - Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin (Berlin, D)

Hypertonie 2005. 29. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Hochdruckliga. Berlin, 23.-25.11.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc05hochP116

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/hoch2005/05hoch116.shtml

Veröffentlicht: 8. August 2006

© 2006 Schedensack et al.
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Gliederung

Text

Mit zunehmendem Alter zeigt die arterielle Hypertonie eine hohe Prävalenz, die in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen wird.

Das Ziel dieser Studie war, die Häufigkeit der Diagnose arterielle Hypertonie bei geriatrischen Notfallpatienten zu erfassen, die in diesem Patientenkollektiv eingesetzte antihypertensive Arzneimitteltherapie aufzuschlüsseln und die Nierenfunktion dieser Patienten zu untersuchen. Hierzu führten wir über 15 Monate eine prospektive Untersuchung an geriatrischen Notfallpatienten aus Pflegeinstitutionen durch, die von Notärzten der Charité am Campus Benjamin Franklin in der Akutsituation versorgt wurden. Insgesamt wurden 111 Patienten (85 Frauen, 26 Männer) mit einem Durchschnittsalter von 83,4 - 2,6 Jahren behandelt. Die Patienten wurden entweder stationär in Pflegeheimen (n=84) oder Seniorenwohnheimen (n=21) sowie durch ambulante Pflege (n=6) betreut. In diesem Patientenkollektiv wurden mittels standardisiertem Erhebungsbogen die vorbekannte Diagnose arterielle Hypertonie, Begleiterkrankungen und die antihypertensive Medikation erfasst. Die Häufigkeit der Diagnose arterielle Hypertonie betrug 54% (n=60). 100% dieser Patienten erhielt Diuretika, bei 78,3% wurden ACE-Hemmer, bei 56,5% Betarezeptoren-Blocker eingesetzt und 18,3% erhielten Kalziumantagonisten. Acht von insgesamt 15 Patienten mit einer vom Notarzt diagnostizierten Exsikkose nahmen regelmäßig ein Schleifendiuretikum ein. Zur Analyse der Nierenfunktion wurde bei 76 Patienten Cystatin C im Serum gemessen und die GFR mit der etablierten Cystatin-C Formel berechnet. Eine eingeschränkte Nierenfunktion fand sich bei 81,5 der Patienten. 32,8% der Patienten zeigten eine eingeschränkte GFR zwischen 60 und 90 ml/min/1,73m2, 40,7% Patienten zwischen 59 und 30 ml/min/1,73m2 und 8% eine GFR <30 ml/min/1,73m2 .

Unsere Daten zeigen, dass bei etwa der Hälfte der geriatrischen Notfallpatienten eine arterielle Hypertonie als Vorerkrankung besteht und Diuretika am häufigsten eingesetzt werden. Diese Ergebnisse liefern die Grundlage für weitere gezielte Untersuchungen, die den Zusammenhang zwischen diuretischer Therapie, Nierenfunktionseinschränkung und der Aufnahmediagnose Exsikkose bei geriatrischen Notfallpatienten weitergehend analysieren sollen.