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94. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte

17. - 18.09.2010, Eltville im Rheingau

Zur Therapie des obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom mittels UPPP

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Christian Koch - HNO-Klinik, Klinikum Magdeburg gGmbH, Magdeburg, Deutschland
  • author Josef Kluba - HNO-Klinik, Klinikum Magdeburg gGmbH, Magdeburg, Deutschland

Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 94. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Eltville im Rheingau, 17.-18.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnosw14

DOI: 10.3205/10hnosw14, URN: urn:nbn:de:0183-10hnosw143

Veröffentlicht: 2. August 2010

© 2010 Koch et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom hat vielfältige Ursachen und kann in nahezu jeder Altersgruppe auftreten. Im Kindesalter sind hauptsächlich die Adenoide, hyperplastische Tonsillen und die Choanalregion (Stenose oder Atresie) beteiligt. Im späteren Leben treten Formveränderungen der Nase (Septum- und Pyramidendeformitäten, Muschelhyperplasien) allergische Erkrankungen (Polyposis nasi), aber auch Veränderungen des Rachens in den Vordergrund. Im Rachen können solitäre oder multifaktorielle Ursachen vorliegen. Eines der Hauptprobleme sind die Hyperplasien des weichen Gaumens (Gaumenbögen, Uvula) aber auch im Zungengrund und dem Hypopharynx. Die tiefen Luftwege sind eher selten betroffen (Recurrensparesen, Larynx- und Trachealstenosen).

Methoden: Es gibt eine Vielzahl von Therapieansätzen, die in operative, konservative und apparative Methoden unterschieden werden (Leitlinie AWMF Nr. 017/069). In der HNO-Klinik der Klinikum Magdeburg gGmbH wurden im Zeitraum 1994 bis 2009 insgesamt ca. 18.000 Patienten operativ versorgt. Dabei entfielen ca. 13,5% der Fälle (2395 Patienten) auf obstruktive Erkrankungen, u.a. nasale Dysfunktionen (743 Fälle) und Tonsillenhyperplasie (235 Fälle). Mit 70 Patienten waren Trachealstenosen eher selten vertreten, ebenso 49 Patienten mit Tonsillen- oder Gaumenkarzinomen. Die übrigen Fälle erstrecken sich auf Polyposis nasi, Adenoide Vegetationen und Einzelfälle. Lediglich 152 Patienten wurden, bei strenger Indikationsstellung, wegen velopharyngealer Obstruktionen mittels UPPP versorgt. Vorgestellt wird die Reduktion und Modellierung des weichen Gaumens bei Gaumenhyperplasie durch die klassische Methode der Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP) mit dem Laser. Entscheidungsgründe zur UPPP sind zunächst klinischer Natur. Gesucht wird anamnestisch nach Symptomen des oSAS (Schnarchen, Atemaussetzer, Tagesmüdigkeit), ggf. mittels Fremdanamnese (Ehe- oder Lebenspartner): über die Dauer und Häufigkeit der Atemaussetzer. Weiterhin ist der klinische Befund im Rahmen des HNO-Status zu erheben. Präoperativ ist außerdem eine Untersuchung im Schlaflabor (Polysomnographie) notwendig, um obstruktive und zentrale Schlaf-Apnoe voneinander und von der gemischten Form zu unterscheiden. Das operative Vorgehen selbst umfasst eine Propofol-Endoskopie, bei noch vorhandenen Tonsillen eine Tonsillektomie und bei nachgewiesenem Velumverschluß die Laser-UPPP unter Reduktion von hinteren oberen Gaumenbögen und Teilen der Uvula mit Bilden einer Neo-Uvula. Die Wundbetten werden dabei mit resorbierbarem Nahtmaterial adaptiert. Grundsätzlich wichtig ist dabei, die Schluckfunktion des Gaumens nicht zu schädigen. So darf die Pharynxmuskulatur dabei nicht reduziert werden. Als Richtwert gilt, den Resektionsrand 35 mm caudal der Spina nasalis posterior zu setzen. Die Neo-Uvula wird ebenfalls nicht nur aus ästhet. Gründen angelegt sondern dient dem Erhalt der pharyngealen Abdichtung bei der Nahrungsaufnahme sowie bei evtl. später notwendigen Atemmasken (cPAP, biPAP).

Ergebnisse: Die Resektion an der Uvula und ggf. die Tonsillektomie können bei richtiger Indikationsstellung die Obstruktion beseitigen bzw. vermindern oder die Nutzung einer Atemmaske erleichtern. Unserer Meinung nach hat die UPPP - neben alternativen Behandlungsmethoden - somit immer noch ihre Berechtigung und führt zum Erfolg, wenn die Indikationsstellung beachtet wird. Das operative Vorgehen wird mittels Video demonstriert.

Schlussfolgerung: Die Laser-UPPP ist ausreichend validiert zur erfolgreichen Behandlung des obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndroms.