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94. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte

17. - 18.09.2010, Eltville im Rheingau

Aktuelle Aspekte der Thromboembolieprophylaxe in der HNO-Onkologie

Meeting Abstract

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Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. 94. Jahrestagung der Vereinigung Südwestdeutscher Hals-Nasen-Ohrenärzte. Eltville im Rheingau, 17.-18.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10hnosw04

DOI: 10.3205/10hnosw04, URN: urn:nbn:de:0183-10hnosw045

Veröffentlicht: 2. August 2010

© 2010 Deutsch et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Patienten mit malignen Tumoren haben ein hohes Risiko, eine venöse Thromboembolie (VTE) zu erleiden. VTE sind auch eine häufige Todesursache bei Tumorpatienten. Sowohl die Ausdehnung als auch die Art des Tumors bestimmen neben den allgemeinen Risikofaktoren das individuelle Thromboembolierisiko. Insbesondere Tumoren des Gastrointestinaltrakts, der Lunge, der gynäkologischen Organe, der Prostata und des Gehirns sind als relevante Risikofaktoren für die Entstehung einer VTE anerkannt. Die aktualisierte AWMF-Leitlinie „Prophylaxe der venösen Thromboembolie (VTE)“ nimmt mangels aussagefähiger Studien keine detaillierte Stellung zur medikamentösen Prophylaxe bei Patienten mit Kopf-Halstumoren.

Methoden: Wir führten eine Literaturrecherche durch und erstellten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Hämostaseologie unserer Klinik ein Schema zur medikamentösen VTE-Prophylaxe.

Ergebnisse: Aktuelle Untersuchungen belegen, dass Kopf-Halstumoren ein höheres Thromboembolierisiko darstellen als bisher angenommen wurde. Aufgrund ihrer im Vergleich zu unfraktioniertem Heparin günstigeren pharmakologischen Eigenschaften sollen zur medikamentösen VTE-Prophylaxe niedermolekulare Heparine oder Fondaparinux eingesetzt werden. Der Zeitraum der medikamentösen Prophylaxe orientiert sich an der Dauer des erhöhten Risikos und kann sich bis auf die poststationäre Phase ausdehnen.

Schlussfolgerung: Eine medikamentöse VTE-Prophylaxe ist aufgrund des signifikanten venösen Thromboembolierisikos auch bei onkologischen HNO-Patienten (operative und nicht-operative Behandlungen) geboten.


Literatur

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