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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Tabakentwöhnung – ein Thema in der HNO? Analyse des Rauchverhaltens von HNO-Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author Sophia Lodes - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des UKD, Dresden
  • Thomas Zahnert - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Universitätsklinik Carl, Dresden
  • Alexander Rupp - Praxis, Stuttgart
  • Marcus Neudert - Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde der Universitätsklinik Carl, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod761

doi: 10.3205/12hnod761, urn:nbn:de:0183-12hnod7617

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Lodes et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Tabakkonsum ist das wichtigste vermeidbare Gesundheitsrisiko und die führende Ursache frühzeitiger Sterblichkeit in den Industrieländern. Trotz nachgewiesener Effektivität von Maßnahmen zu Tabakentwöhnung (TE) werden diese nur selten angeboten. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, den Bedarf an stationären Interventionen zur TE HNO-ärztlicher Patienten zu ermitteln.

Material und Methoden: Von Juli bis Dezember 2010 erhielten alle volljährigen stationären Patienten der HNO-Uniklinik Dresden, die als Raucher identifiziert werden konnten, einen ausführlichen Raucheranamnesebogen, welcher u.a. anerkannte Diagnostikinstrumente wie den Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit (FTND) beinhaltete.

Ergebnisse: Die Teilnahmequote der eingeschlossenen Patienten lag bei 75% und die Raucherquote bei 14%. Das Durchschnittsalter der teilnehmenden Patienten (TN) war 42 (+/- 14) Jahre und der durchschnittliche Zigarettenkonsum lag bei 19 Packyears (PY). Von den TN unternahmen 69% mindestens einen Aufhörversuch. Davon nahmen nur 24% Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch. 42% verspürten Entzugssymptome. Im FTND wiesen 64% der TN eine leichte, 32% eine mittlere und 5% eine starke Abhängigkeit auf.

An einem Gespräch über die Möglichkeiten der TE während ihres Krankenhausaufenthaltes waren 32% der TN interessiert. TN mit einem Malignom hatten signifikant mehr PY geraucht als TN ohne Malignom (31 vs. 17 PY, p=0,001).

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass Unterstützungsmaßnahmen zur TE von vielen Patienten erwünscht sind. Daher sollte regelmäßig auf entsprechende Angebote verwiesen werden, bzw. geeignete Interventionen implementiert werden. Aufgrund der Rauchercharakteristika der HNO-ärztlichen Patienten erscheinen Entwöhnungsmaßnahmen sehr sinnvoll und erfolgsversprechend.