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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Management der Ranula: Erfahrungen und Ergebnisse über einen Zeitraum von 9 Jahren

Meeting Abstract

  • corresponding author Michael Koch - HNO-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie FAU Erlangen, Erlangen
  • Heinrich Iro - HNO-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie FAU Erlangen, Erlangen
  • Alessandro Bozzato - HNO-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie FAU Erlangen, Erlangen
  • Johannes Zenk - HNO-Klinik, Kopf- und Hals-Chirurgie FAU Erlangen, Erlangen
  • Paolo Enrico Sigismund - Dipartimento di Scienze Specialistiche e Chirurgiche, Università degli Studi di, Mailand, Italien

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod722

doi: 10.3205/12hnod722, urn:nbn:de:0183-12hnod7228

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Koch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Ranula ist ein zumeist erworbene Mukozele nach Verletzungen des Gangsystems der Sublingualdrüse (SLD). Bezüglich des Managements bestehen bis heute keine Standards.

Methoden: 65 Patienten, bei welchen 2002-2010 eine orale oder Plunging Ranula diagnostiziert und therapiert wurde, wurden retrospektiv analysiert. Das mittlere Alter war 33 Jahre, 20 % waren < 16 Jahre alt, 61,5% waren männlich. Der Ultraschall (US) wurde in allen Fällen angewandt für Diagnostik und Follow-Up (Mittel 52, R 6 - 112 Mon.). 15.4% wiesen eine Plunging Ranula (PR) auf. In 24,6% ging ein Eingriff vorraus, 18,8% dieser Fälle entwickelten eine PR. Die Operation erfolgte in 67,7% in lokaler Betäubung. In 32,3% erfolgte eine Marsupialisation (M), in 16,9% eine Ranulaexzision (RE), in 16,9% die M + partielle Resektion der SLD (M+pE SLD), in 24,6% die M + eine totale Extirpation (M+tE SGD). Die alleinige tE SLD erfolgte in 6,2%, die RE mit tE der SLG und der Submandibulardrüse in 3,1 %. PR´s wurden in 25% kombiniert transoral-transzervikal exzidiert.

Ergebnisse: Komplikationen traten in 10.8% auf, Rezidive in 13.8%. Eine Therapie, welche eine tE SLD einbezog, zeigte die niedrigste Rezidivrate mit 3,6%, gefolgt 9,1 % nach pE SLD bzw. 13,6 % nach M alleine. Sie war am höchsten nach RE (36,7%). Rezidive wurden in 7,7% mittels RE+tE SLD und in jeweils 1,5% mittels tE SLD bzw. M behandelt, keine Therapie erfolgte in 3,1%.

Schlussfolgerungen: Der US stellt die erste Wahl bei Diagnostik und Follow-Up der Ranula dar. Unsere Ergebnisse bestätigen den heterogenen Therapieansatz bei der Ranula. Obwohl die M als minimal invasive Therapieform sinnvoll erscheint, sollten Eingriffe, welche die tE SLD einbeziehen, bevorzugt werden, da diese mit den besten Ergebnissen assoziiert waren.