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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Klassifikation funktioneller EMG-Signale des Nervus facialis zur Leistungssteuerung kraftgetriebener Instrumente

Meeting Abstract

  • corresponding author Mathias Hofer - Univ.HNO-Klinik Leipzig, Leipzig
  • Niklas Kellermann - Univ.HNO-Klinik Leipzig, Leipzig
  • Elmar Dittrich - ICCAS,Univ.Leipzig, Leipzig
  • Andreas Dietz - Univ.HNO-Klinik Leipzig, Leipzig
  • J Shi - MiMed,TU-München, München
  • Tim Lüth - MiMed, TU-München, München
  • Gero Strauß - Univ.HNO-Klinik Leipzig, Leipzig

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod719

doi: 10.3205/12hnod719, urn:nbn:de:0183-12hnod7198

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Hofer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Jedem regelmäßigen Anwender des Neuromonitorings des N.VII ist bekannt,dass zeitweise falsch-positive und falsch negative Signale auftreten. Das Ziel dieser Arbeit ist es,ein Klassifikationsschema aufgrund funktioneller Daten des N.VII zu entwickeln.

Methode: Die Daten stammen von 8 Patienten,die im Rahmen einer Parotidektomie oder sanierenden Ohr-Operation operiert wurden. Über die gesamte Operationsdauer wurde ein Neuromonitor an den Mm. orbiculares oculi et oris eingesetzt. Präoperativ erfolgte die Festlegung verschiedener Aktionen als Kommentar auf dem Gerät (Stimulation,Koagulation,Fräse). Für die Analyse der EMG-Signale wurden verschiedene Parameter definiert (Amplitude,Dauer,Symmetrie,Leistung,Hauptfrequenzbänder).

Ergebnisse: Aus den intraoperativen Kommentaren resultierten 652 Stimulationen,383 Koagulationen und 1028 Fräsaktionen. Nach Stimulation zeigten sich reproduzierbare bi-oder triphasische Potentiale.

Aus der Koagulation resultierten polyphasische Potentiale,die immer an beiden Kanälen auftraten. Im Vergleich zur Stimulation zeigten sich eine größere Amplitude,höhere Anzahl an Peaks und längere Dauer.

Bei Fräseinsatz zeigte sich ein sinusförmiges(symmetrisches) Signal. Es hatte eine vergleichbar große Amplitude wie bei der Stimulation.

Für die Stimulation wurden zw. 50-100Hz, für die Koagulationen bei <50Hz und beim (um 50Hz) gefilterten Frässignal zw.1800-2000Hz die größte Leistung erzielt.

Die Klassifikation der EMG-Signale nach Stimulation und Koagulation war unabhängig von der Art der Eingriffe und der untersuchten Fazialisäste.

Schlussfolgerung: Die vorliegende Arbeit beweist,dass intraoperative EMG-Daten des N.VII durch die Verwendung von geeigneten Signalparametern unter visuellen und vor allem numerischen Gesichtspunkten klassifiziert werden können.