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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Fazialisneurom nach Geburtstrauma als Ursache für eine progrediente Schallleitungsschwerhörigkeit im Erwachsenenalter

Meeting Abstract

  • corresponding author Uta Marie Frahm - HNO-Klinik des Universitätsklinikums Essen, Essen
  • Anne-Kristin Vahle - Universitäts-HNO-Klinik, Essen
  • Marc Schlamann - Institut für Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • Karsten Beiderwellen - Institut für Radiologie und Neuroradiologie, Essen
  • Stephan Lang - Universitäts-HNO-Klinik, Essen
  • Götz Lehnerdt - Universitäts-HNO-Klinik, Essen

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod714

doi: 10.3205/12hnod714, urn:nbn:de:0183-12hnod7141

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Frahm et al.
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Gliederung

Text

Es wird der Fall einer 20-jährigen Patientin dargestellt, die wegen einer progredienten Schallleitungsschwerhörigkeit von ca. 25 dB(A) pantonal und Verdacht auf Otosklerose rechts zur Zweitmeinung vor Stapesplastik vorgestellt wurde. Die Anamnese im Hinblick auf ein post-entzündliches Geschehen war ebenso leer wie die bzgl. einer familiären Otosklerose. Auf der betroffenen Seite bestand seit Geburt eine inkomplette Fazialisparese Grad 3 nach House Brackmann; die Geburt war eine sog. „Zangengeburt“, somit kann eine traumatische Ursache der Fazialisschwäche nicht ausgeschlossen werden, diese sei jedoch seit der Geburt immer konstant gewesen. Im Rahmen der diagnostischen Tympanoskopie zeigte sich dann eine glasige, gräuliche Auftreibung des tympanalen Anteils des Nervus fazialis, welche gegen den Stapesorberbau prolabierte und somit die Ursache für die Schallleitungsschwerhörigkeit darstellte. Die Kette war ansonsten gut beweglich und die Paukenschleimhaut reizlos. In der postoperativen Bildgebung (CT Felsenbein und MRT Schädel/Hals) zeigte sich schließlich ein stark Kontrastmittel anreichernder Tumor des Felsenbeines rechts ohne Hinweis auf invasives Wachstum oder intrakranieller Ausdehnung. Differentialdiagnostisch wurden seitens der Radiologie ein Schwannom, ein (posttraumatisches) Neurom oder eine Meningeom in Erwägung gezogen. In Zusammenschau der klinischen Symptomatik mit einer unveränderten isolierten partiellen peripheren Fazialisparese seit der Geburt bei Z. n. Geburtstrauma und einer progredienten Schallleitungsschwerhörigkeit sowie den intraoperativen und radiologischen Befunden ist die sehr seltene Diagnose eines posttraumatischen Neuroms des Nervus fazialis am wahrscheinlichsten.