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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Epidemiologie, Therapie und Überleben bei Speicheldrüsenmalignomen in Thüringen 1996-2005: Ergebnisse der THANCS-Gruppe (Thuringian Head And Neck Cancer Study Group)

Meeting Abstract

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  • corresponding author Mira Finkensieper - HNO-Klinik der Uniklinik Jena, Jena
  • Orlando Guntinas-Lichius - HNO-Klinik der Uniklinik Jena, Jena

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod713

doi: 10.3205/12hnod713, urn:nbn:de:0183-12hnod7139

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Finkensieper et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Speicheldrüsenmalignome sind eine seltene, für den HNO-Arzt aber sehr wichtige, inhomogene Tumorentität. Epidemiologische Untersuchungen in Deutschland beschränken sich bisher auf einzelne Kliniken.

Methoden: Es erfolgte eine retrospektive Analyse der Daten der 5 HNO-Tumorzentren Thüringens (Erfurt, Gera, Jena, Nordhausen und Suhl) zwischen 1996 und 2005.

Ergebnisse: Aus allen 3822 registrierten Patienten mit malignen HNO-Tumoren im genannten Zeitraum konnten wir 232 (6%) Patienten mit der Erstdiagnose eines Speicheldrüsenmalignoms extrahieren. Davon waren 137 (59%) Männer und 95 (41%) Frauen. Das mediane Alter lag bei 65,4 Jahren. Die Inzidenz betrug im Mittel 1/100.000 Einwohner/Jahr. 76% der Malignome waren in der Gl. parotis, 16% in der Gl. submandibularis und 2%in der Gl. sublingualis lokalisiert. Als häufigste Tumorentitäten fanden sich das adenoid-zystische Karzinom (18%), das Plattenepithelkarzinom (14%), das Mukoepidermoidkarzinom (10%) und das Azinuszellkarzinom (9%). 192 (83%) Patienten wurden primär operiert. Insgesamt 140 (60%) Patienten erhielten eine adjuvante Bestrahlung, 67 (29%) eine Chemotherapie. Der mediane follow-up lag bei16 Monaten. Insgesamt lagen das Rezidiv-freie Überleben bei 75,8 Monaten und das Gesamtüberleben bei 49,4 Monaten. Bezogen auf die Lokalisationen Gl. parotis, Gl. submandibularis und Gl.sublingualis lag das Gesamtüberleben jeweils bei 55,3; 37,5 und 66,7 Monaten; bezogen auf die Größe des Primärtumors ergab das Gesamtüberleben für T1, T2, T3 und T4 entsprechend 78,0;62,1;40,6 und 61,1 Monate.

Schlussfolgerungen: Die Daten geben anhand einer bevölkerungsbasierten Erhebung einen repräsentativen Überblick über die Epidemiologie, die Therapie und das Überleben bei Speicheldrüsenmalignomen in Deutschland.