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83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Evaluation der Zungenmaximalkraft in sagittaler Richtung

Meeting Abstract

  • corresponding author J. Ulrich Sommer - HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
  • Clemens Heiser - HNO-Klinik der TU München, München
  • Jens Stern-Sträter - HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
  • Karl Hörmann - HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
  • Boris A. Stuck - HNO-Klinik Mannheim, Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod702

doi: 10.3205/12hnod702, urn:nbn:de:0183-12hnod7021

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Sommer et al.
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Gliederung

Text

Die Kräfte, die spezifische Muskelgruppen des menschlichen Körpers aufzubringen vermögen sind für zahlreiche Muskelgruppen gut charakterisiert. Im Gegensatz dazu liegen praktisch keine Daten über die Zunge vor. In Anbetracht der zunehmenden Entwicklung von implantierbaren Hilfsmitteln im Bereich der Zunge, insbesondere zur Therapie der obstruktiven Schlafapnoe, wäre dies jedoch für die Konzeption der mechanischen Belastbarkeit dieser Hilfsmittel von besonderer Bedeutung.

29 gesunde Probanden (16 männlich) wurden in die Studie eingeschlossen. Die Zungenkraftmessung wurde jeweils 3 Mal in 3 verschiedenen Positionen durchgeführt (maximal-, halbmaximal-Extension, Ruhezustand). 13 Probanden wiederholten die Messung zu einem späteren Zeitpunkt, um eventuelle Lerneffekte zu dokumentieren. Die maximale Zungenkraft wurde mittels einer speziell entwickelten Zungenklemme und einem piezoelektrischen Kraftmeßgerät in sagittaler Richtung ermittelt. Die Probanden versuchen die Zunge aus 3 verschiedenen Positionen mit maximaler Kraft isometrisch nach enoral zu bewegen.

Die gemessene Maximalkraft der menschlichen Zunge war in sagittaler Richtung bei halbmaximaler Extension am Größten und variierte in dieser Position zwischen 3,19 und 52,4 Newton (N; im Mittel insgesamt 14,0 N). Sie zeigte ferner eine starke Geschlechterabhängigkeit (m=16,9±9,0 N, w=10,3±2,7 N), der Unterschied zwischen den Geschlechtern war statistisch signifikant.

Die Zungenkraft zeigt eine starke intraindividuelle Variabilität und Geschlechtsabhängigkeit. Die maximale Kraft zeigte bei einigen männlichen Individuen erstaunlich hohe Werte, die es zukünftig bei der Konzeption von intralingual applizierbaren Hilfsmitteln in Bezug auf ihre mechanische Belastbarkeit zu beachten gilt.

Da die Probanden mit zunehmendem Zug der Zunge auch eine Zunahme der Schmerzintensität beschrieben sind die Mittelwerte evtl. nur eingeschränkt verwendbar.

Unterstützt durch: Philips Research Europe, Eindhoven, Netherlands