gms | German Medical Science

83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

16.05. - 20.05.2012, Mainz

Die selektive Stimulation des Nervus hypoglossus zur Therapie der obstruktiven Schlafapnoe – Therapieergebnisse 12 Monate nach Implantation

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author Clemens Anders - UMM, HNO-Klinik Mannheim, Mannheim
  • Lennart Knaack - Zentrum für Schlafmedizin & Schlafforschung, Köln, Köln
  • Winfried Hohenhorst - St.Antonius, Wuppertal, Wuppertal
  • Joachim Maurer - HNO Mannheim, UMM, Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. 83. Jahresversammlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Mainz, 16.-20.05.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12hnod689

doi: 10.3205/12hnod689, urn:nbn:de:0183-12hnod6899

Veröffentlicht: 4. April 2012

© 2012 Anders et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Fragestellung: Bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe und CPAP-Unverträglichkeit stellt die nächtliche atemsynchrone Stimulation des N. hypoglossus und die damit verbundene Aktivierung des M. genioglossus möglicherweise eine Therapiealternative dar. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden Selektionskriterien bezüglich AHI, BMI, sowie Schlafvideoendoskopie (SVE) für den Therapieerfolg nach 6 Monaten gefundenen. Unklar ist, ob das Ergebnis über ein Jahr stabil bleibt.

Methoden: In einer prospektiven Multicenter-Studie wurde 34 Patienten eine Stimulatoreinheit (Inspire®) implantiert. 18 Patienten entsprachen den Selektionskriterien (BMI ≤ 32 kg/m², AHI 20-50/h und Ausschluß eines zirkulären retropalatalen Kollaps in der SVE); 16 Patienten entsprachen den Kriterien nicht. Verglichen werden die Ergebnisse beider Gruppen vor und 6 bzw. 12 Monate nach Implantation bezüglich Ausmaß der Atmungsstörung (AHI) und über 6 Monate bezüglich Tagesschläfrigkeit (ESS) und Lebensqualität (FOSQ).

Ergebnisse: Bei Patienten, die den Selektionskriterien entsprachen, fand sich eine zunehmende Reduktion des AHI von 33.9±6.2 präoperativ über 17,0±18,5 nach 6 Monaten auf 11.0±10.8 nach 12 Monaten (p<0.01). Eine Verbesserung des ESS (von 10.7 ±5.4 auf 7.5 ±4.1, p=0.03)und des FOSQ (von 88.8 ±22.1 auf 104.6 ±13.7; p=0.01) ließ sich 6 Monate nach Implantation erkennen. Bei den Patienten, die nicht den Selektionskriterien entsprachen, blieb der AHI nach 12 Monaten unverändert (von 50,4±17,4 über 51,3±27,6 auf 46,2±25,6). Eine Zunahme der Stimulationsamplitude zeigte sich nicht.

Schlussfolgerung: Der Therapieerfolg der selektiven Stimulation des N. hypoglossus unter Berücksichtigung bestimmter Selektionskriterien (AHI, BMI und Kollapsmuster in der Schlafvideoendoskopie) bleibt über ein Jahr stabil.

Unterstützt durch: Inspire Medical Systems®